US-Wahlen 2016: Vom Schicksal der Welt?

Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) mit seinen unendlichen Weiten und all seinen Unterschieden zwischen den Menschen, der Tierwelt und den Klimazonen sind wohl definitiv eine Reise wert. Es ist jedoch auch das Land der strengsten und zum Teil kuriosesten Gesetze. Das Land der Reichen und Schönen. Oft spricht man ja auch vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Immer wenn jedoch im Land der grenzenlosen Träumer ein neues Staatsoberhaupt gewählt wird, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Erde stillsteht. Dieses Gefühl wollen uns jedenfalls die Journalisten in den Redaktionsstuben der Mainstream-Medien immer wieder eindrücklich vermitteln. Dabei beginnt die Berichterstattung meist schon viele Jahre vor dem eigentlichen Wahltag. Es wird in der Tat jedes Mal ein neues mediales Großereignis fabriziert.

Die stilistischen Auswüchse der verantwortlichen Journalisten zu diesem Thema werden dabei immer fragwürdiger. Gleich zu Beginn möchte ich klarstellen, dass es sich bei den Wahlen zum Präsidenten des US-Imperiums lediglich um ein riesiges (mediales und politisches) Affentheater handelt. Schon öfter habe ich an dieser Stelle festgestellt, dass es dabei niemals um die Entscheidung der wahlberechtigten Menschen geht. Das politische Amt wird dem gewünschten Kandidaten vielmehr lange vor der eigentlichen Wahl zugesteckt. Letztlich ist alles von langer Hand geplant und der gesamte sogenannte Wahlkampf bis ins letzte Detail vorgegeben. Gerade im US-Imperium wird diese Einflussnahme von außen immer wieder sehr gut sichtbar. Es gibt zwar mehrere Kandidaten, die für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika kandidieren. Aber mal ehrlich: Haben Sie schon einmal von Gary E. Johnson, Jill Stein, Darrel Castel oder Evan McMullin gehört?

Der Eselfant

Präsentiert werden uns stets die sogenannten zwei großen politischen Lager: Die Demokratische Partei und die Republikanische Partei. Hier arbeitet man übrigens wieder einmal sehr gekonnt auch mit Symbolen: Der Esel und der Elefant repräsentieren die jeweiligen politischen Richtungen. Aber halt. Keinesfalls handelt es sich hierbei nämlich um unterschiedliche Richtungen. Nein. Vielmehr zeigt der politische Weg eben immer nur in eine Richtung. Es handelt sich also um einen „Esel-fant“. Die Richtung ist dabei längst vorgegeben und egal welche Partei an der Macht sein wird, es wird stets die gleiche Agenda umgesetzt werden. Oft haben wir das zugrundeliegende Motto „Teile und Herrsche“ ja bereits besprochen. Man schafft es eben immer wieder die Menschen in mindestens zwei Lager aufzuteilen. Das Trennende steht dabei stets im Vordergrund. Zu verhängnisvoll wäre es wohl, wenn sich die Menschen endlich einmal vereinigen würden und gemeinsam handeln.

In dem ganzen medialen und politischen Affentheater ergibt sich für aufmerksame Menschen deshalb wahrscheinlich nur ein wesentlicher Vorteil: Man erkennt relativ schnell in welchem politischen Lager sich die jeweilige Mainstream-Redaktion befindet. Daraus lässt sich dann natürlich auch die Eigentümerstruktur ablesen. So wird in der aktuellen Berichterstattung immer wieder der Rechtspopulist Trump erwähnt. Ist es Ihnen überhaupt noch aufgefallen? Können Sie den Begriff finden, um den es mir geht? Richtig: Rechtspopulist. Bisher habe ich noch keinen Mainstream-Journalisten gefunden, der sich die Mühe gemacht hätte, uns einmal diesen Begriff zu erklären. Wissen Sie denn eigentlich was ein Rechtspopulist genau ist? Nein? Auf jeden Fall scheint es sich doch um einen „negativen“ Begriff zu handeln. Bewusst wird dieser Begriff also einer bestimmten Person zugeordnet. Man möchte die Person eben medial in ein bestimmtes Licht rücken.

Wenn wir uns jetzt einmal gemeinsam auf die Suche nach der Definition von „Rechtspopulismus“ machen, dann finden wir sehr schnell folgende Informationen:

„Der Begriff Rechtspopulismus bezeichnet eine politische Strömung in mehreren europäischen Staaten, die sich ab den späten 1970er Jahren in Westeuropa herausbildete und in den 1990ern auch in den Staaten Osteuropas Fuß fasste. …“

Bei Wikipedia finden wir gar folgende Angabe dazu:

„Eine einheitliche Definition gibt es bislang nicht.“

Interessant – oder? Wir sprechen hier also von einer politischen Strömung in mehreren europäischen Staaten. Wie kann Herr Trump aus den Vereinigten Staaten von Amerika dieser politischen Strömung aus Europa überhaupt angehören? Wir haben auch gesehen, dass es bislang keine einheitliche Definition für Rechtspopulismus gibt. Ja, bitte noch einmal: Keine! Warum also wird dieser nicht genauer definierte Begriff dann so inflationär immer wieder gegen bestimmte Personen verwendet? Sieht so wirklich qualitativ hochwertiger Journalismus aus? Für die Verwendung derartiger Begriffe, die nicht einheitlich definiert sind, gibt es mittlerweile sogar hohe Journalisten-Auszeichnungen.

Ein heldenhafter Verräter?

Ein weiteres Beispiel für das Affentheater im US-Wahlkampf 2016 sind die aktuellen Entwicklungen rund um den Geheimdienst FBI. Hier lernen wir wieder einmal wie schnell man sich ausgehend von einem Heldenstatus zurück zu einem Verräter entwickeln kann. Aber von vorne: Vergangene Woche hatte der Direktor des US-Geheimdienstes FBI, Herr James Comey, verkündet, dass er die sogenannte Untersuchung gegen die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton neu aufgerollt hat. Frau Clinton wird ja bekanntlich beschuldigt, dass sie in ihrer Zeit als US-Außenministerin geheime Daten über ihren privaten E-Mail-Server versendet habe. Damit wäre selbstverständlich auch die nationale Sicherheit gefährdet gewesen. Darüber hinaus wäre dieser Umstand eine grobe Verletzung der sogenannten Dienstvorschriften.

Selbstverständlich handelt es sich dabei keinesfalls um neue Vorwürfe oder Verdächtigungen. Vielmehr wurde doch die erste Untersuchung zu diesem Fall bereits im Juli dieses Jahres unter sehr fadenscheinigen Begründungen geschlossen. Wir sollten uns an dieser Stelle jedoch nicht wieder verwirren lassen! Noch einmal: Im vergangenen Juli hatte der FBI-Chef unter massiven politischen Druck seitens der US-Justizministerin (Loretta Lynch) die Ermittlungen eingestellt.  Jetzt kommt erst das wirklich Wichtige: Damals feierten führende Politik-Darsteller der Demokratischen Partei den FBI-Direktor noch als „amerikanischen Helden“. Sogar der amtierende Politik-Schauspieler (Barack Husein Obama II.) würdigte Herrn Comey als einen Mann, der „sich nicht um die Politik kümmert, sondern nur Wert darauf legt, seinen Job zu tun“.

Jetzt klingen die Meldungen aus den Reihen der Demokratischen Partei natürlich ganz anders. Sofort wirft man dem FBI-Direktor vor, dass er „seine Befugnisse überschritten“ habe. In mehreren Berichten der Mainstream-Medien findet man gar den Begriff „Verräter“. Ja, so schnell kann es gehen. Aber eine weitere Frage lautet doch: Kam diese Entwicklung in der Tat so unerwartet? Handelt es sich um einen zeitlichen Zufall – so wenige Tage vor der Wahl? Natürlich nicht. Wir wissen längst, dass es keine Zufälle in der illusionären Welt der Politik gibt.

„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war.“
(Franklin D. Roosevelt,  1882 – 1945)

Jetzt kann man natürlich durchaus doch an Zufälle glauben. Ja, glauben kann man bekanntlich an alles. So machte beispielsweise die Coca-Cola-Company erst den Weihnachtsmann ab dem Jahr 1931 bekannt. Heute glauben eben auch viele Menschen dieser illusionären Welt an dieses US-Markenzeichen. Wir glauben an so viele Dinge. Das Geld wäre nur ein weiteres Beispiel dafür.

Das Schicksal der Welt…

Vor wenigen Wochen war also der FBI-Direktor selbst für den US-Präsidenten und Friedensnobelpreisträger noch ein Held. Genau dieser Herr hat nun bei einem Wahlkampfauftritt in North Carolina vor einem Sieg Donald Trumps gewarnt. Die Mainstream-Presse berichtet heute darüber, dass Herr Obama noch einmal der gesamten Nation ins Gewissen geredet hat. ACHTUNG: Hier ist der Begriff „Nation“ offenbar eben nicht rechtspopulistisch besetzt – oder? Bei dieser Veranstaltung für Frau Clinton rief er dem Publikum jedenfalls gewohnt reißerisch zu:

„Das Schicksal der Republik liegt in Euren Händen.“

Weiter betonte er, dass es nun wohl an den Wählern in den USA liege, die Entwicklung „in die richtige Richtung zu treiben“. Woher kennt dieser Herr nur immer die richtige Richtung? Naja, egal. Der scheidende Politik-Darsteller bezeichnete Herrn Trump auch als „beispiellos unqualifiziert“. Dann folgte folgender Satz:

„Das Schicksal der Welt steht am Abgrund.“

Wow. Das ist ja großes Kino – oder? Nun, wir sollten an dieser Stelle wohl noch einmal gemeinsam zwei wichtige Begriffe analysieren. Beginnen wir mit dem Begriff „Welt“. Was ist denn eigentlich die Welt?

Bei Wikipedia finden wir auch zu diesem Begriff schon einmal einen Abschnitt mit der Überschrift „Definitionsschwierigkeiten“. Dann können wir lesen: „Die Einschätzung, was zu diesem Begriff im Einzelnen genau gehört, ist abhängig von subjektiven und kulturellen Vorstellungen.“ Ganz wichtig ist dann noch folgender Abschnitt:

„So ist zum Beispiel im Gegensatz zum vergleichsweise exakt definierbaren Begriff der Erde im Sinne des räumlich klar definierten Planeten der Begriff Welt meist weiter gefasst und umfasst in seiner weitesten Auslegung die Gesamtheit des physikalischen Universums bzw. des Weltalls sowie alles Seiende, das sich innerhalb dieses Universums als existierend wahrnehmen oder annehmen lässt.„

Herr Obama wählt also auch nicht zufällig den Begriff „Welt“. Er meint nämlich keinesfalls die Erde. Wenn er von der Erde sprechen würde, dann würde er mit Sicherheit auch das Wort „Erde“ benutzen! Nein, er wählt den Begriff „Welt“. Es geht ihm (und vor allem den Mächten im Hintergrund) eben um diese illusionäre Welt.

Aber kommen wir zum Begriff „Schicksal“:

Schịck·sal
Substantiv [das]

1.eine höhere Macht, die das Leben beeinflusst.
„Das Schicksal hat es gut mit ihm gemeint.“

2.ein Ereignis, das das Leben eines Menschen entscheidend beeinflusst, ohne, dass man daran etwas ändern kann.
„Dies waren typische Schicksale der Kriegsgeneration.“

Noch einmal ganz langsam: Eine angeblich „demokratische“ Wahl wird also von einer höheren Macht beeinflusst? Die zweite Möglichkeit wäre eben ein Ereignis, welches das Leben der betroffenen Menschen entscheidend beeinflusst, ohne, dass sie selbst etwas daran ändern könnten. Aha. Die Wahrheit wurde also wieder einmal ganz genau auf den Punkt gebracht. Herr Obama hat durchaus sämtliche Fakten offen auf den Tisch gelegt.

Wir erkennen, dass man uns so oft die Wahrheit mitten in unser Gesicht sagt. Das wirkliche Problem dabei ist jedoch leider, dass sehr, sehr viele Menschen längst so vom vorherrschenden System vollständig „verprogrammiert“ wurden, so dass sie diese Worte (Wahrheiten) gar nicht mehr verstehen können und wollen. Wir sollten aus diesem Grund endlich aus dem Quellcode dieser „System-Schadsoftware“ aussteigen.


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: DWilliams / Lizenz: Public Domain CC0

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