Bei Vollmond fingen sie an zu schreien…

Es ist Vollmond und ich kann wieder einmal nicht schlafen. Heute treffen angeblich ja gleich drei astronomische Ereignisse aufeinander: Ein Supermond, eine Blutmondfinsternis und ein Blue Moon. Was auch immer das genau sein soll, ich bin einfach sehr müde und kann trotzdem nicht schlafen. Deshalb habe ich mich für einen nächtlichen Spaziergang durch unser Dorf entschlossen, um dieses astronomische Ereignis zu erkunden. Bei uns hat es in den letzten Tagen viel geschneit. Alles ist winterlich weiß. Auch die Berge leuchten im Mondschein hell. Beinahe kann man eine unheimliche Energie spüren. Ich spaziere durch die menschenleeren Straßen und genieße die nächtliche Ruhe. Es ist kurz nach Mitternacht und meine Gedanken drehen sich schon wieder einmal nur um den morgigen Arbeitstag. Aber halt: Was ist denn das? Das klingt doch nach weinenden Kindern? Was ist denn da los? Woher kommt dieses bitterliche Geschrei nur? Ich befinde mich in der Nähe eines Bauernhofes und bin mir ziemlich sicher, dass dieses schreiende Geräusch vom Innenhof kommt. Vorsichtig versuche ich, einen Blick auf diesen Innenhof zu werfen. Was ich hier sehe, lässt meinen Atem stocken. Es handelt sich definitiv nicht um Kinder. Vielmehr sehe ich eine Gruppe von alten Frauen mit hässlichen Gesichtern. Alle haben einen extremen Buckel sowie einen Besen in ihren Händen? Immer lauter hört man dieses Geschrei, welches mir durch Mark und Bein fährt. Mittlerweile bin ich mir fast sicher: Ich sehe da gerade sieben Hexen! Aber was machen diese Hexen hier und warum weinen sie so herzzerreißend?

Dunkle Gestalten

Während ich aufgeregt diese Szene weiter beobachte, öffnet sich eine Tür und es wird schlagartig noch lauter. Ein ohrenbetäubendes Geräusch ertönt. Es klingt nach vielen kleinen Holzbrettern, die man aufeinanderschlägt. Was geschieht hier nur? Jetzt kann ich es erkennen. Aus der Tür kommen drei dunkle Gestalten, welche über den ganzen Körper mit Holzschindeln bedeckt sind. Ja, ich bin mir sicher – es sind Holzschindeln! Diese dunklen Gestalten haben eine Kopfbedeckung aus Fell und jagen wie wild über den Innenhof. Die Hexen sind jetzt auch ganz still geworden. Wieder öffnet sich die Tür vom Bauernhof zum Innenhof. Diesmal kommen zwei junge und durchaus lebendige Männer heraus. Sie machen auf mich einen sehr lustigen und fröhlichen Eindruck. Sie tragen ein weißes Hemd, gestickte Hosenträger, ein grünes Tuch auf der Brust sowie eine kurze dunkle Lederhose. Es dauert gar nicht lange, und die jungen Männer beginnen zu tanzen. Wo bin ich da nur hineingeraten?

Nur wenige Augenblicke später betreten noch mehr Menschen den Innenhof. Darunter kann ich einen Mann erkennen, der ganz in weiß gekleidet ist. An seiner Hose befinden sich Quasten in rot und grün sowie aufgenähte Bänder und kleine Glöckchen. In seinen Händen hält er eine lange Gerte. Plötzlich ertönt volkstümliche Musik von einer Ziehharmonika. Jetzt tanzt auch der weiße Mann und springt mal vorwärts, mal rückwärts, über seine Gerte. Auch einen alten Mann kann ich erkennen. Er trägt eine knielange Lederhose sowie ein Schützenleibchen mit dem Tiroler Adler. Er benötigt zwar einen Stecken zum Gehen, jedoch zeigt er immer noch genügend Kraft, um über seinen Stecken zu steigen. Auch dieser alte Mann zeigt jetzt, dass er mit den Tanzkünsten der restlichen durchaus jungen Männer mithalten kann. Erst jetzt fällt mir auf, dass die restlichen Männer einen übermäßig großen Kopfschmuck tragen. Dieser Kopfschmuck muss bestimmt über einen Meter hoch sein, denn er ragt über alle anderen hinaus. Aber was ist das? In der Mitte befindet sich jeweils ein viereckiger Spiegel. Überhaupt glitzert dieser Kopfschmuck übermäßig hell im Licht des heutigen Vollmondes.

Erst als mir dann auch die vielen weißen und braunen Bären sowie die zwei Affen auffallen, wird mir schlagartig klar, dass es sich hier um eine Probe für den Faschingsumzug handelt, welcher am nächsten Sonntag hier stattfinden soll. Bei uns wird das auch „Mullerlaufen“ genannt. Vermutlich ist dieses „Abmullen“ heidnischen Ursprungs und die „Muller“ geben den Zuschauern dabei einen Schlag auf ihre Schulter. Man sagt, dass dieser Schlag für Fruchtbarkeit und Glück sorgen soll. Die Härte des Schlages soll ja davon abhängen, wie beliebt die jeweilige Person beim „Muller“ ist. Interessant ist jedenfalls, dass die Hexen bitterlich weinen, weil sie sich vom Winter verabschieden müssen. Auch der Spiegel spielt eine wichtige Rolle: So hat jeder „Muller“ einen kleineren oder auch größeren Spiegel, welcher den „Dämonen des Winters“ ihre Hässlichkeit und Grausamkeit zeigen soll. Auf diese Art und Weise möchte man wohl die „Dämonen des Winters“ durch ihre eigene Abschreckung vertreiben, damit endlich dem Frühling wieder Platz gemacht werden kann. Weitere wirklich wertvolle Informationen rund um die Geschichte der „Muller“ sowie tolle Bilder dazu findet man übrigens auf der Homepage der Thaurer Muller.

Natürliche Ordnung

Man kann also erkennen, dass die römisch-katholische Kirche nicht überall die „alten Bräuche und Rituale“ der lokalen Bevölkerung „verbieten“ bzw. „abschaffen“ konnte. Da und dort hat sich durchaus derartiges Brauchtum erhalten lassen. Meist hatte man dann ja seitens Vatikan bewusst diese Termine mit „neuen“ kirchlichen „Festen“ überlagert. Ein gutes Beispiel hierfür wäre das Weihnachtsfest. Plötzlich war den „Herren der Zeit“ (!) nämlich klar, dass der Geburtstag von Jesus wohl am 24. Dezember sein soll. Wo gibt es eigentlich Beweise dafür? Das soll jedoch heute gar nicht unser Thema sein. Im heidnischen Brauchtum rund um die sogenannten „Muller“ der Faschingszeit entdecken wir sehr viele Symbole, die uns auch heute noch aufzeigen, dass man „damals“ eine extrem enge Verbindung zur Natur hatte. Ganz klar: Man war auf eine funktionierende Umwelt angewiesen, um überleben zu können. Spätestens im Herbst musste man für genügend Vorräte sorgen, damit man gemeinsam mit seiner Familie den harten Winter überstehen konnte. Selbstredend ergab sich dadurch eine Abhängigkeit von der Natur, die von viel Respekt und Bewunderung geprägt war.

Je länger und härter der Winter war, umso schwerer wurde es, das Überleben der eigenen Familie zu gewährleisten. Wahrscheinlich finden wir genau aus diesem Grund auch diese „Figuren“ und Rituale zur Faschingszeit. Der Winter wird also nicht umsonst in Form von Hexen und Dämonen dargestellt, welche man „austreiben“ möchte. Man wünschte sich den Frühling einfach schnellstmöglich herbei, weil man wusste, dass dann die Natur wieder „erwacht“. Alles erblüht, beginnt von neuem, ist wieder fruchtbar. Mit anderen Worten: Es fand ein Leben im natürlichen Gleichgewicht statt. Es herrscht die natürliche Ordnung. Dann kam der „Herr der Zeit“ und seither versucht man schrittweise die Menschen immer mehr von dieser „natürlichen Ordnung“ zu trennen. Dieses „Projekt“ war in den vergangenen Jahrhunderten sehr erfolgreich. Man sehe sich nur an, an welchen Punkt wir heute stehen. Unsere Verbindung zur Natur ist beinahe komplett verschwunden.

Die Energie des Todes

Dazu kann man sich eventuell einmal die Trends der Faschingskostüme ansehen. Im Fasching 2018 verkleidet man sich gerne als sexy Piratin. Herren dürfen sich als Piratenkapitän verkleiden. Wichtig dabei ist natürlich, dass man sich mit einigen Totenköpfen verziert. Auch Zombie-Kostüme erfreuen sich großer Beliebtheit. Darüber hinaus steht der sogenannte „Sensenmann“ oder neuerdings auch „Sensenfrau“ hoch im Kurs der Faschingskostüme. Mit anderen Worten: Der Tod als Hauptdarsteller. Die Energie wurde also komplett „umgedreht“: Von Fruchtbarkeit und neuem Leben hin zu Totenköpfen sowie Gevatter Tod.

Selbstverständlich haben auch andere Entwicklungen im Fasching, überhaupt nichts mehr mit dessen Ursprüngen zu tun. Heute könnte man fast behaupten, dass Sex, Alkohol und Drogen im Vordergrund der Feierlichkeiten stehen. Nicht vergessen dürfen wir dabei natürlich die oftmals nur mehr peinlichen „Büttenreden“. Dabei kann man meist kaum mehr Unterschiede zu den Politik-Darstellern in den Parlamenten dieser völlig virtuellen Welt feststellen. Ein ganz aktuelles Beispiel aus dieser Woche ist wohl die Rede des amtierenden US-Präsidenten, Herrn Donald Trump, zur Lage der Nation (State of the Union).  Man sollte sich diese Rede einmal genau ansehen.

Was ist das FISA-Memo?

Die Mimik und Gestik entspricht in der Tat einer Büttenrede aus einer Karnevalssitzung. Trotzdem geschah im unmittelbaren Anschluss dieser „Büttenrede“ des US-Präsidenten etwas durchaus Interessantes. Dabei meine ich jetzt nicht, dass eine Vielzahl weiterer Politik-Darsteller (Faschingsnarren) unbedingt dem Faschingsprinzen (US-Präsident) die Hand schütteln wollte. Vielmehr kam es zu einem brisanten Wortwechsel kurz vor dem Ausgang des Sitzungssaals im US-Capitol. Dort traf Mr. Trump auf den republikanischen Kongressabgeordneten Jeff Duncan. Diesen Wortwechsel kann man übrigens auch auf YouTube finden:

Jeff Duncan: „Mr. President, lassen Sie uns das Memo freigeben.“

Donald Trump: „Oh ja. Machen Sie sich keine Sorgen. 100%ig. Können Sie sich das vorstellen?“

Welches Memo wurde da angesprochen? Nun, dieses Memo beherrscht in den vergangenen Tagen eigentlich sämtliche US-Medien. Dort wird vom sogenannten „FISA-Memo“ gesprochen. Bereits am 18. Jänner 2018 wurde den Abgeordneten des US-Kongresses demnach anscheinend Einblick in ein vierseitiges Memo gewährt. Diese Einsicht erfolgte selbstverständlich hinter verschlossenen Türen und ohne Aufzeichnungsmöglichkeiten. Wenn man der Berichterstattung der US-Medien glauben mag, dann haben wohl überwiegend republikanische Abgeordnete das „FISA-Memo“ gelesen. Seither haben sich diese Abgeordneten durchaus lautstark zu Wort gemeldet. Sie fordern mit Nachdruck sogar die Freigabe des Memos für die Öffentlichkeit.

Anscheinend sei es zu erheblichen Verstößen gegen ein Überwachungsgesetz gekommen. Dieses Gesetz mit der Bezeichnung „Foreign Intelligence Surveillance Act“ (FISA) regelt vor allem die Notwendigkeit bzw. Vorgehensweise im Zusammenhang mit der Überwachung von US-Staatsbürgern sowie ausländischen Staatsbürgern. Bereits im Jahr 2013 legte die New York Times offen, dass nach der Erweiterung des Gesetzes von 2008 in mehreren geheim gehaltenen Entscheidungen die National Security Agency (NSA) ermächtigt wurde, sogenannte „Verbindungsdaten“ ohne weitere Voraussetzungen zu speichern.

Das Geheimdienstkomitee des US-Kongresses signalisierte nun, dass das aktuell noch „klassifizierte“ Memo ausgedehnte Verstöße gegen das FISA-Gesetz belegt. Mutmaßlich gab es einen „Abhörbeschluss“ gegen den seinerzeitigen US-Präsidentschaftskandidaten und jetzigen US-Präsidenten Donald Trump. Hier treffen wir wieder auf das sogenannte „Steele Dossier“. Ich habe in der Vergangenheit schon öfter darüber berichtet. Dieses Dossier wurde von einem MI6-Spion (Christopher Steele) zusammengestellt, welcher anscheinend von der Ermittlungsfirma „Fusion GPS“ beauftragt wurde. Im Oktober 2017 wurde dazu auch der Chef von Fusion GPS, Herr Glenn R. Simpson, in einer US-Kongressanhörung befragt. Seither ist auch bekannt, dass Frau Hillary Clinton sowie das „Democratic National Committee“ überdurchschnittlich großzügig „Fusion GPS“ für die Beschaffung dieses Dossiers bezahlt haben soll.

Kommen wir jetzt einmal zu den Aussagen einiger US-Abgeordneter im Zusammenhang mit dem „FISA-Memo“. Der Abgeordnete der republikanischen Partei, Herr Peter King, sagte:

„Das Dokument zeigt eine verstörende Verhaltensweise und wir müssen das Dokument verfügbar machen, damit die Öffentlichkeit es sehen kann. Sobald die Öffentlichkeit es sieht, können wir die beteiligten Leute auf einer ganzen Reihe von Wegen zur Verantwortung ziehen.“

Darüber hinaus gibt es noch weitere interessante Aussagen von Mitgliedern des US-Repräsentantenhauses, die mir in den vergangen Tagen aufgefallen sind.

Scott Perry: „Man denkt sich: “Passiert dies in Amerika oder ist dies der KGB?“

Mark Meadows: „Es ist verstörend. Es ist schockierend. Ein Teil von mir wünschte, dass ich es nicht gelesen hätte, denn ich will einfach nicht glauben, dass derartige Dinge in diesem Land geschehen…“

Jim Jordan: „Es ist derart alarmierend, das amerikanische Volk muss dies sehen!“

Matt Gaetz: „Ich glaube, die Folgen der Veröffentlichung werden umfassende Änderungen bei den Leuten sein, welche beim FBI und im Justizministerium beschäftigt sind.“

Auch der FBI-Direktor (Christopher Wray) hat angeblich am vergangenen Sonntag im Weißen Haus das „FISA-Memo“ gelesen. Daraufhin wurde vermeldet, dass er „bis ins Mark“ geschockt“ gewesen sein soll. An dieser Stelle stoßen wir wieder einmal auf einen durchaus spannenden Zufall: Am Montagmorgen gab der FBI-Vize-Direktor (Andrew McCabe) seinen Rücktritt bekannt. Brisant hierbei: Herr McCabe stand nur wenige Wochen vor seiner offiziellen Pensionierung. Ein Zusammenhang mit dem „FISA-Memo“ liegt also durchaus nahe. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Wohl kaum.

Aktuell soll das Memo jetzt bei US-Präsident Trump liegen. Anscheinend hat er bis zum Ende der Woche Zeit, um etwaige Einwände gegen die Veröffentlichung vorzubringen. Welche Einwände sollte Mr. Trump dagegen haben? Mir fallen an dieser Stelle jedenfalls keine ein. Mittlerweile kann diversen Medienberichten entnommen werden, dass selbst der Stabschef im Weißen Haus, Herr John Kelly, in einem Interview auf „Fox News Radio“ gesagt habe:

„Es wird hier recht schnell freigegeben, denke ich, und dann kann die ganze Welt es sehen.“

Fazit

Das „FISA-Memo“ könnte durchaus enorme „Sprengkraft“ haben. Möglicherweise stehen wir kurz vor dem größten „US-Skandal“ aller Zeiten. Alleine die mutmaßlichen Beteiligten könnten für „entrüstetes Erstaunen“ sorgen. Augenscheinlich gibt es dabei eben Verstrickungen zum FBI sowie zum US-Justizministerium. Wenn im Rahmen der täglichen Berichterstattung das Licht dann auch noch auf die offenbar gesetzeswidrigen Machenschaften des Democratic National Committee (DNC), einem Großteil der damaligen „Obama-Administration“, Frau Hillary Clinton sowie diverser „Stiftungen“ fällt, kann man in der Tat von einer „nuklearen Sprengkraft“ sprechen. Jedenfalls sollten wir dieses Thema weiterhin aufmerksam beobachten. Aus meiner Sicht wird es sich auch in der deutschsprachigen Mainstream-Presse nicht mehr lange „ausblenden“ lassen. Alleine die Positionierung der europäischen Leitmedien dazu wird durchaus interessant. Vor allem im Zusammenhang mit dem Thema „Russland im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf“. Hier werden wir wahrscheinlich wieder sehr amüsante, weil an den Haaren herbeigezogene, „Indizien“ präsentiert bekommen. Warten wir also einmal gespannt und in Ruhe auf die Veröffentlichung des Memos.

Vielleicht möchtest Du ja Deine Prognose bzw. Analyse zum „FISA-Memo“ mit uns teilen? Nutze dazu doch bitte einfach den unten stehenden Kommentarbereich oder schicke mir Deine Meinung per E-Mail. Abschließend wünsche ich dir natürlich eine spannende Zeit bei Deinen Recherchen. Bis zum nächsten Mal – und nicht vergessen: Manchmal denke ich bereits vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge…


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: Alexas_Fotos / Lizenz: Public Domain CC0

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