Gut gemacht, Griechenland?

Das ist mal ein Sommer: Eine Hitzewelle jagt die nächste und dennoch kann man heuer nicht einmal mehr ein mediales Sommerloch bei den Mainstream-Medien erkennen. Mit anderen Worten: Wenn man erst einmal am Tiefpunkt journalistischer Tätigkeit angekommen ist, kann man auch in kein Loch mehr fallen. Es herrscht dort eben eine kontinuierliche Flaute. Auf alternativen Medien sind hingegen mittlerweile unzählige Berichte veröffentlicht worden, die wohl vor allem die Menschen wachrütteln sollen. Hier wurde und wird natürlich auch weiterhin versucht, darauf aufmerksam zu machen, was in der Tat im Hintergrund „gespielt“ wird oder gar welche Seilschaften im Verborgenen tätig sind. Eigentlich könnte man beinahe behaupten, dass bereits alles darüber geschrieben wurde. Auch diese Aufklärungsarbeit hat allerdings vermutlich sein Ablaufdatum überschritten. Kein Wunder: Es wird immerhin alles unternommen, um einen freien Informationsfluss zu verhindern. So wurde eine Vielzahl an Gesetzen sowie Regelungen in den vergangenen Monaten verabschiedet, um die freie Information im Internet zu behindern. Hinzu kommen dann immer weitere neue Begrifflichkeiten wie „Hassrede“ oder „Fake-News“.

Die (macht-)politische Auseinandersetzung um die sogenannte „Meinungshoheit“ hat sich also längst zu einem Kampf gegen Andersdenkende entwickelt. Dabei ist klar, dass es künftig weitere Schritte der Zensur geben wird. Somit wird eine aufklärerische Arbeit im Internet auch immer schwerer umsetzbar. Schade nur, dass die Manipulation längst nicht mehr von den Menschen wahrgenommen wird. Wieder einmal sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir schmerzhaft erkennen sollten, dass uns ein Gefühl der Freiheit lediglich durch ein vermeintliches Gedanken- und Wertesystem simuliert wird. Die große Mehrheit der Menschen ist nämlich lediglich Teil einer programmierten Masse, welche auch gegen die künftig fortschreitende Zensur im Internet überhaupt nichts unternehmen wird (können).

Die Journalisten in den Redaktionsstuben der deutschsprachigen Mainstream-Medien unterliegen dabei allerdings einer durchaus speziellen Programmierung oder gar Manipulation. Dies lässt sich gut an der Berichterstattung zum Thema „Griechenland“ in den vergangenen Tagen erkennen. Man möchte ja beinahe unterstellen, dass hier sämtliche Fakten bewusst weggelassen werden. Aber was soll´s? Zumindest jubeln die Politik-Darsteller im Verein mit der Bezeichnung „Europäische Union“. Diese Jubelstimmung aus Brüssel wird man doch bitte in der täglichen Berichterstattung einfach unreflektiert übernehmen dürfen – oder? Immerhin verlässt das krisengeschüttelte Griechenland nach acht Jahren endlich den sogenannten „Euro-Rettungsschirm“. Sogar der EU-Ratspräsident, Herr Donald Tusk (nicht Donald Trump!), hat dafür das soziale Netzwerk Twitter entdeckt. Er twitterte euphorisch:

„You did it! Congratulations to Greece and its people on ending the programme of financial assistance. With huge efforts and European solidarity you seized the day.“

Ihr habt es geschafft?

Nun davon kann wohl keine Rede sein: Der gigantische Schuldenberg Griechenlands beträgt immer noch rund 180 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Staatsschulden belaufen sich auf rund 350 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Der Staat ist immer noch pleite. Aber auch das ist selbstverständlich nur ein kleiner Ausschnitt des Schreckens. Mittlerweile haben beinahe 500.000 Menschen das Land verlassen. Ich habe in der Vergangenheit schon öfter darüber berichtet, dass vor allem junge Menschen die Flucht ergreifen, weil sie in ihrem Land keinerlei Perspektiven mehr sehen. Darüber hinaus gab es in den letzten Jahren insgesamt 22 (!) Rentenkürzungen. Am 1. Jänner 2019 werden dann die Renten erneut um bis zu 18 Prozent gekürzt.

Immerhin ist die Arbeitslosenquote auf 19,5 Prozent gefallen. Wie bitte? Vor der Krise (im Jahr 2009) betrug die Arbeitslosenquote in Griechenland 9,6 Prozent. Jedoch auch diese Zahlen sagen eben nur sehr wenig über die tägliche Realität in Griechenland aus. Immer weniger Menschen haben einen sogenannten „Vollzeitjob“. Jeder Dritte Beschäftigte in der griechischen Privatwirtschaft arbeitet in Teilzeit. Jetzt bitte gut festhalten: Für durchschnittlich 394 Euro im Monat. Kommen wir zum Arbeitslosengeld: 360 Euro für Singles, 504 Euro für eine vierköpfige Familie. Achtung: Das Arbeitslosengeld bekommt man in Griechenland für maximal ein Jahr ausbezahlt. Laut Forderungen der sogenannten „Gläubiger“ (wer auch immer diese Gläubiger genau sein mögen) soll es bis 2021 in Griechenland rund 130.000 Zwangsversteigerungen geben. Armut, Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Prostitution sowie Suizide gehören zum aktuellen Tagesbild in Griechenland. Die langfristigen Prognosen zeigen keinen Ausblick auf Besserung.

Crazy Day´s in Greece…

Angesichts dieser Tatsachen werden viele Griechen wohl eher keine „Feierlaune“ verspüren. Da hilft wohl auch die „gute Laune“ der EU-Politik-Darsteller samt Journalisten der Mainstream-Medien kaum. An dieser Stelle möchte ich noch einmal die Frage stellen, wer eigentlich davon profitiert? Darüber hinaus sollte man jedenfalls auch der Frage nachgehen, wer denn konkret diese ominösen „Gläubiger“ in Wirklichkeit sind? Seit 2009 wurden die wichtigsten griechischen Staatsunternehmen zu wahren „Schleuderpreisen“ an Investoren im Ausland „verkauft“. Man könnte auch sagen: Crazy Day´s in Greece! Abverkauf bis MINUS 90 Prozent. Die Privatisierungen beruhen bekanntlich auf den Forderungen der sogenannten „Troika“ im Zusammenhang mit den sogenannten „Rettungspaketen“. Wer wurde denn jetzt wirklich gerettet? Über die Einsparungen der vergangenen Jahre, welche zusätzlich noch im Gesundheits- und vor allem im Bildungswesen stattgefunden haben, könnte man einen weiteren Beitrag schreiben. Interessantes Detail am Rande: Nur beim Militär wurde nicht gespart.

Bei den Militärausgaben steht Griechenland wohl an zweiter Stelle hinter den USA. So gab Griechenland im Jahre 2016 angeblich 2,38 Prozent der Wirtschaftsleistung für das Militär aus. Eine „Richtlinie“ der NATO von zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts erreichten demnach nur Großbritannien, Polen sowie Estland. Eventuell bezieht man sich ja auf die Rüstungsausgaben Griechenlands, wenn man beim „Deutschlandfunk“ mit folgenden Worten gratuliert: „Gut gemacht, Griechenland!

Auf Grund der vorliegenden Tatsachen, die man ohne weiteres als Realität bezeichnen darf, sollte man das Ausrufezeichen, welches hier vom „Deutschlandfunk“ verwendet wurde, schleunigst in ein dickes Fragezeichen (oder sogar mehrere!) verwandeln. Auch hat man in den Redaktionsstuben der Mainstream-Medien scheinbar vergessen, wie sich die damaligen (verantwortlichen!) Politik-Darsteller den „Eintritt in die Eurozone“ erschlichen haben. Mit keinem Wort werden die Swap-Geschäfte erwähnt, welche mit Hilfe der US-Investmentbank Goldman-Sachs verschleiert wurden. Es wird auch nicht erwähnt, dass der Vizepräsident von Goldman-Sachs damals Herr Mario Draghi hieß. Zufälle gibt es?!? Richtig: Es gibt KEINE Zufälle!

Fazit

Die Meldungen in der täglichen Berichterstattung der Mainstream-Medien entspricht keinesfalls der Realität. Mehr noch: Die Realität wird bewusst verschleiert und über „essentielle Dinge“ darf überhaupt nicht berichtet werden. Auf der anderen Seite wird den alternativen Medien durch Gesetze und Regelungen ihre Arbeit zusehends erschwert. Die Manipulation und Desinformation der sogenannten „Eliten“ (Politik-Darsteller, Medien und Hintergrundmächte etc.) wird von den meisten Menschen leider gar nicht mehr wahrgenommen. Die aktuelle Berichterstattung der Mainstream-Medien zum Thema „Griechenland“ entpuppt sich als „Farce“. Unzählige junge Menschen verlassen Griechenland. Ein Land ohne Jugend ist ein Land ohne Zukunft. Wir sollten deshalb dringend gemeinsam folgende „richtige Fragen“ klären:

  • Wer profitiert von der Situation in Griechenland?
  • Wer sind konkret die Gläubiger?
  • Wer wurde in den vergangenen Jahren in Griechenland wirklich gerettet?
  • Wie können wir den Menschen in Griechenland wirklich helfen?
  • Was ist Goldman-Sachs?
  • Wer ist Mario Draghi?

Was wir dringend benötigen sind alternative Konzepte, die uns aus dieser Systemkrise herausführen. Vielleicht können wir mit diesen alternativen Konzepten in Griechenland beginnen, um den Menschen zu helfen. Nur durch unsere Unterstützung, Solidarität, Zusammenhalt und Menschlichkeit können wir einen gemeinsamen Weg finden, der uns letztendlich in die Freiheit führen wird.

Vielleicht möchtest Du ja Deine Gedanken und Ideen dazu mit uns teilen? Nutze dazu doch bitte einfach den unten stehenden Kommentarbereich oder schicke mir Deine Meinung per E-Mail. Abschließend wünsche ich dir natürlich eine spannende Zeit bei Deinen Recherchen. Bis zum nächsten Mal – und nicht vergessen: Manchmal denke ich bereits vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge…


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: qimono / Lizenz: Public Domain CC0

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