Wie kann ich mir selbst besser gefallen?

Immer mehr definieren sich die meisten Menschen über Statussymbole. Wer kennt das nicht? Mein TV-Empfangsgerät ist größer. Mein Mobiltelefon ist geiler. Mein Auto ist schneller. Meine Wohnung ist größer. Doch sind diese Menschen in der Tat glücklicher? Wohl kaum, es handelt sich bestenfalls um einen scheinbaren Erfolg. Die Frage sollte deshalb also nicht lauten: Wie kann ich anderen imponieren? Wesentlich wertvoller ist hingegen die Frage: Wie kann ich mir selbst besser gefallen?

Viele haben nie gelernt, sich selbst wertzuschätzen. Wie oft wurde uns im Verlauf unseres Lebens eigentlich schon gesagt, dass wir etwas NICHT können? Noch öfter wurde uns wohl prophezeit, dass wir etwas NICHT schaffen werden. Leider beginnen diese „Motivationsaussagen“ meistens bereits im eigenen Elternhaus oder spätestens in unserem pflichtbasierten Schulsystem. Scheinbar wird alles dafür unternommen, dass am Ende der sogenannten Schulpflicht völlig gleichförmige „Arbeitsmaschinen“ in Menschenform für die Wirtschaft und daraus resultierend „Konsum-Soldaten“ entstehen. Zumindest in den vergangenen Jahrzehnten hat dieses „Bildungskonzept“ für die wirtschaftlichen Eliten perfekt funktioniert. Klar ist jedoch, dass unsere Gesellschaft keinesfalls noch lange wie gewohnt bestehen wird, wenn wir diesen „Motivationsweg“ nicht endgültig verlassen.

Veränderung wird möglich, wenn…

Wie könnte das funktionieren? Nun, sagen wir unseren Kindern doch immer wieder, dass wir sie von ganzem Herzen lieben! Man könnte beispielsweise auch einmal sagen: „Du bist mein Sonnenschein.“ Die weitere Entwicklung kann durch positive Aussagen durchaus verändert werden. In etwa so: „Wow, was Du schon alles kannst!“

Mit Sicherheit hat es keinen Sinn über das bestehende Schulsystem zu klagen, bevor man nicht auch seine „eigenen Hausaufgaben“ erledigt hat. Der menschliche Umgang miteinander muss mit Sicherheit zuerst positiv gepflegt und optimiert werden. Dieser Schritt in der eigenen Familie ist schwer genug. Erst dann folgen die „externen Schnittstellen“ wie Kindergarten oder Schule. Diese „externen Schnittstellen“ können wir wie gesagt erst positiv beeinflussen, wenn wir zuerst unsere eigenen „Hausaufgaben“ gemacht haben. Dazu müssten wir uns allerdings zuerst einmal bewusst machen, was wir da eigentlich genau machen. Veränderung wird nämlich erst möglich, wenn man erkennt, wie man mit sich selbst umgeht. Das ist aber gar nicht so einfach.

Es scheint mittlerweile ganz „normal“ zu sein, dass man sich ständig selbst kritisiert. Wie oft haben wir eigentlich das Gefühl, dass andere Menschen ihr Leben viel besser im Griff haben? Unsere Gesellschaft saugt diese übertriebene Selbstkritik wie ein Schwamm auf. Stetig werden Gefühle wie Angst, Neid und Mangel generiert, um uns gleichzeitig auch sofort die passenden Produkte zur vermeintlichen Problembeseitigung anzupreisen. Bewusst sollen wir also in einem Kreislauf der eigenen Wertlosigkeit gehalten werden, damit wir weiterhin laufend versuchen unsere (gar nicht wirklich!) vorhandenen Bedürfnisse zu befriedigen. Darüber hinaus befördert uns diese ständige „eigene Wertlosigkeit immer mehr in die „Verwaltung“ der großen Pharmakonzerne, weil unsere Gesundheit “ im Laufe der Zeit massiv darunter leidet. (Burnout-Syndrom, Depressionen usw.) Mit anderen Worten: Wir werden krank! Für kranke Menschen gibt es richtig viele „gute“ Medikamente. Je mehr man davon verkaufen kann, umso größere Gewinne verzeichnen die Konzerne von Big-Pharma.

Achtung: Falle!

Eine weitere beliebte Ausrede, warum wir erst gar nicht erkennen können, wie wir mit uns selbst umgehen, lautet: „Ich habe keine Zeit.“ Aha. Ist das so? Zuerst einmal könnte man an dieser Stelle durchaus feststellen, dass Zeit doch durchaus relativ ist – oder? Wem das immer noch zu abstrakt erscheint, sollte sich mit folgender Frage beschäftigen: Wie viel meiner Zeit und Aufmerksamkeit verbringe ich mit wirklich „unnötigen“ Dingen? Zu „unnötigen“ Dingen zähle ich hier beispielsweise: Mobiltelefone, Tablets, Apps, E-Book-Reader, TV-Serien, PC-Spiele, Fitness-Armbänder, Kleidung usw.

Dabei versuchen ja in der Tat bereits sehr viele Menschen, ihren Lebensstil auf „Minimalismus“ und „Nachhaltigkeit“ umzustellen. Oft geschieht dabei nur leider genau das genaue Gegenteil. Man tappt sofort in die nächste „Konsumfalle“. Warum? Nun, man möchte vielleicht mehr lesen. Was geschieht? Richtig: Man besorgt sich schnell einen E-Book-Reader inklusive Monats-Abo für die aktuellsten Bestseller oder dazupassende 100 verschiedene Zeitschriften-Abo´s. Manche Menschen wollen vielleicht mehr Sport betreiben und kaufen sich dafür dann ein Fitness-Armband samt dazugehöriger Smartphone-App, um in der verbleibenden Freizeit dann die gesammelten Fitness-Daten in die Cloud zu laden bzw. seine 10.000 Freunde auf Facebook darüber zu informieren, dass man heute wieder mal 40 Kilometer gelaufen ist. Es gäbe an dieser Stelle noch unzählige aktuelle Beispiele. Fakt ist jedenfalls, dass wir auf diese Art und Weise lediglich immer mehr Dinge (Geräte, Apps, Mitgliedschaften, Möbel, Kleidung usw.) anhäufen. Dies hat mit Minimalismus oder Nachhaltigkeit nichts zu tun.

Was ist Minimalismus denn wirklich?

Bei Minimalismus handelt es sich keinesfalls um eine persönliche Notlage. Der wahre Minimalismus beginnt vielmehr durch den bewussten Verzicht auf Dinge, welche man sich in Wahrheit ohne Probleme leisten könnte. Diesen Verzicht muss man jedoch auch wirklich, wirklich wollen – ansonsten macht er keinen Sinn! Mit etwas Übung kommt man allerdings rasch zu den ersten Erfolgen: Wie wäre es beispielsweise einmal bewusst vor einer Kaufentscheidung genau darüber nachzudenken, ob es auch Alternativen dazu gäbe. Eine weitere wichtige Frage könnte lauten, wo sich dieser „begehrte“ Konsumartikel wohl in den nächsten Monaten wiederfinden wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir auf diese Art sehr schnell zu wesentlich sinnvolleren Kaufentscheidungen kommen würden. Am Rande erwähnt: Dadurch kommt es immer wieder bestimmt auch zu einem bewussten Verzicht im „vorprogrammierten“ Konsumverhalten.

Mit der Zeit verändert sich dann auch unsere „Gefühlswelt“ und plötzlich wird man beinahe erstaunt feststellen, dass man in Wahrheit bereits ALLES hat, was man braucht. Eine ganz neue Freiheit kann entstehen. Eine Freiheit, die wir vielleicht als Kind schon kannten, aber längst in Vergessenheit geriet. Am Rande erwähnt: Um Dinge, die wir nicht besitzen, müssen wir uns auch nicht kümmern! Mit anderen Worten: Dinge, die wir gar nicht erst haben, können auch nicht kaputtgehen, müssen nicht versichert werden, verursachen keine laufenden Kosten und benötigen keine aufwendige Pflege.

Darüber hinaus ist die gemeinsame Benutzung von Gebrauchsgegenständen eine richtig gute Möglichkeit, um künftig weitere unnötige Anschaffungen zu vermeiden. Warum benötigt eigentlich jeder meiner Nachbarn seinen eigenen Rasenmäher? Einmal ganz davon abgesehen: Wann habe ich eigentlich zuletzt mit meinem Nachbar gesprochen? Durch dieses „Teilen“ können jedenfalls richtig viele Ressourcen geschont werden und trotzdem könnte man „nicht alltägliche“ Gebrauchsgegenstände benutzen, wenn man sie einmal benötigt.

Fazit

Fakt ist, dass Minimalismus niemals ein abgeschlossener Prozess sein kann. Wer allerdings einmal wirklich ernsthaft damit begonnen hat, wird in der Tat sehr schnell verstehen, wie befreiend es ist. Ein guter Anfang könnte das regelmäßige „Ausmisten“ von Gegenständen sein, die man schon längere Zeit nicht mehr benutzt hat. Mit der Zeit kann man daraus sogar eine Gewohnheit machen: Stelle doch einfach einen Karton auf, in dem Du alle Dinge gibst, die für Dich im Laufe der Zeit überflüssig geworden sind. An dieser Stelle sollten wir ganz klar festhalten, dass Reduktion, Einfachheit und Konsumverzicht mit Sicherheit ein „guter Beginn“ sind. ABER: Darauf kommt es nicht wirklich an!

Das Entscheidende ist herauszufinden, was DICH glücklich macht!

All die vielen Kleinigkeiten, die Du in Wirklichkeit überhaupt nicht benötigst, beanspruchen so viel Deiner Zeit und Aufmerksamkeit. Durch Reduktion, nachhaltiges Konsumverhalten, Einfachheit und Minimalismus wird sehr viel Deiner wertvollen Zeit wieder frei. Schließlich erlangst DU dann auch schrittweise Deine Freiheit zurück, um endlich herauszufinden, was für DICH und DEINE Zufriedenheit wirklich essentiell ist.

 

Vielleicht möchtest Du ja Deine Gedanken und Ideen mit uns teilen? Nutze dazu doch bitte einfach den unten stehenden Kommentarbereich oder schicke mir Deine Meinung per E-Mail. Abschließend wünsche ich dir natürlich eine spannende Zeit bei Deinen Recherchen. Bis zum nächsten Mal – und nicht vergessen: Manchmal denke ich bereits vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge…


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: Alexas_Fotos / Lizenz: Public Domain CC0

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