Eigentlich wollte ich ja nicht über 5G schreiben…

Oft wirft man den Politik-Darstellern fehlende Strategien vor. Im Gegensatz dazu überraschen Sie jedoch auch mit unerwarteten Strategien. So verhält es sich auch im Fall der sogenannten 5G-Strategie, welche von der Bundesregierung der Republik Österreich bereits im April 2018 veröffentlicht wurde. In diesem Dokument setzt man sich drei Phasen zum Ziel: Bis Mitte 2018 sollen erste 5G-Teststellungen umgesetzt werden (Phase 1). Die Grundlage für einen flächendeckenden Ausbau von 5G sowie die Markteinführung von 5G in sämtlichen Landeshauptstädten soll bis Ende 2020 erreicht werden (Phase 2). Anschließend sollen bis Ende 2023 5G-Services auf den Hauptverkehrsverbindungen nutzbar sein. Bis 2025 will man damit das Ziel einer nahezu flächendeckenden Verfügbarkeit von 5G in Österreich erreicht haben (Phase 3). Österreich will also definitiv „eine führende 5G-Nation in Europa“ werden.

Sehen wir uns einmal die möglichen Anwendungsgebiete der neuen 5G-Technologie an: Da wäre einmal das Thema „Verkehr“. Stichwort: „autonome Fahrzeuge“. Derartige Fahrzeuge benötigen nämlich eine sehr stabile und schnelle Internetverbindung. Darüber hinaus benötigt man hier überaus schnelle Reaktionszeiten. Ein weiteres Schlagwort lautet: „Industrie 4.0“. Hier geht es vor allem um die sogenannte „Automatisierung im Produktionsbereich“. Eine technische Basis hierfür stellen intelligente und digital vernetzte Systeme dar. Durch diese intelligente Vernetzung verspricht man sich heute wohl die Optimierung ganzer „Wertschöpfungsketten“. Am Rande erwähnt: Kritisch sollten wir an dieser Stelle jedenfalls den Begriff „Wertschöpfungskette“ hinterfragen.

Alles wird so „smart“…

Ein weiteres Anwendungsgebiet von 5G finden wir mit Sicherheit im „Energiebereich“. Auch hier finden wir nun den Begriff „intelligente Stromnetze“. Alles soll eben sehr „smart“ werden. Es geht um die Entwicklung und Einführung von „Smart Grids“ (u.a. Elektro-Autos und die dafür notwendigen Ladestationen) oder den weiteren Ausbau von „Smart-Home-Anwendungen“. Das „Internet der Dinge“ wird so ziemlich alle Geräte miteinander vernetzen (Kühlschrank, Waschmaschine, Kameras, TV-Geräte, Spiegel, Brotdosen uvm.) Aber auch im Gesundheitswesen wird die 5G-Technologie alles verändern. An dieser Stelle möchte ich lediglich weitere Stichworte nennen: Telemedizin, Live-Übertragung von Patientendaten aus dem Rettungswagen, Überwachung von Patienten, Cloud-Robotic-Anwendungen oder altersgerechte Assistenzsysteme.

5G-Technologie wird selbstverständlich auch das künftige Bildungssystem bestimmen. Der Einsatz von Augmented- sowie Virtual-Reality werden den Bedarf an mobilen Breitbandkapazitäten ohne Frage massiv steigern. Auch im Bildungsbereich finden wir dazu eine „smarte“ Begrifflichkeit: Distance Learning. Selbst ganze Städte werden in Zukunft ja bekanntlich smart (Smart Cities). Die Bundesregierung der Republik Österreich schreibt dazu in der bereits oben erwähnten 5G-Strategie:

„Smart Cities eignen sich für die Entwicklung und Erprobung von neuen Technologien.“

Nun, ich weiß ja noch nicht, wer in derartigen smarten Städten leben soll? Eine Erprobung von neuen Technologien im Zusammenhang mit Lebewesen erscheint mir allerdings durchaus fragwürdig. Genau dieser Aspekt sowie meine ganz persönlichen Gedanken dazu, brachten mich zu meinem heutigen Blog-Beitrag. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal meine Aussage wiederholen: „Eigentlich wollte ich ja nicht über 5G schreiben…“

Wer lebt in Smart-Cities?

Zurück zu unserer Frage: Wer soll denn in diesen smarten Städten leben? Menschen? Tiere? Roboter? Künstliche Intelligenz? Kaum lässt sich auf Anhieb eine passende Antwort auf diese Frage geben. Fakt ist, dass wir aktuell noch keine wirklichen smarten Städte haben. Fakt ist auch, dass aktuell immer noch Lebewesen (also Tiere, Pflanzen und Menschen) in den Städten leben. Fakt ist, dass global viele Schüler am Freitag den Unterricht nicht mehr besuchen, weil sie für den Klimaschutz auf die Straßen gehen. Fakt ist allerdings darüber hinaus auch, dass elektromagnetische Felder im Hochfrequenzbereich für Menschen und die Umwelt extrem schädlich sind. Welche Auswirkungen hat die 5G-Mobilfunktechnologie also auf Lebewesen und Natur?

Die Fakten

Bleiben wir kurz einmal bei den Fakten: 5G funktioniert lediglich über kurze Entfernungen. Die Signale werden nur äußerst schlecht durch festes Material übertragen. Deshalb werden für 5G mit Sicherheit extrem viele neue Antennen benötigt werden. Man geht heute sogar davon aus, dass in städtischen Gebieten Antennen im Abstand von mindestens 10 bis 12 Häusern montiert werden müssen. Während also dieses neue 5G-Netz munter ausgebaut werden wird, können die anderen Frequenzen deshalb jedoch nicht abgeschalten werden. Ganz im Gegenteil: GSM, UMTS und LTE senden vorläufig natürlich weiter. Wahrscheinlich sogar langfristig! Weil nun also sämtliche Signale am gleichen Ort vorhanden sein werden, wird es in Ballungsgebieten ohne Zweifel zu erheblichen Strahlen-Belastungen kommen.

Zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen haben gezeigt, dass sich elektromagnetische Felder auf lebende Organismen auswirken. Dies bereits bei Intensitäten, die weit unterhalb der meisten internationalen und nationalen Grenzwerte liegen. Zu den gesundheitlichen Auswirkungen gehören ein erhöhtes Krebsrisiko, Zellstress, Genschäden, Veränderungen im Fortpflanzungssystem, Lern- sowie Gedächtnisdefizite, neurologische Störungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Depressionen sowie durchaus negative Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden (grippeartige Symptome) bei Menschen. Es gibt auch zunehmende Hinweise auf schädliche Auswirkungen bei Pflanzen und Tieren (Beispiel hier: https://link.springer.com/article/10.1007/s10669-011-9307-z oder auch hier: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0928468009000030).

In Den Haag sind in den vergangenen Wochen beispielsweise hunderte Vögel aus bisher unbekannten Gründen verendet. Der Grund (sowie der Beweis) bleibt offen, allerdings wurden offenbar jedes Mal kurz zuvor Experimente mit der 5G-Mobilfunktechnologie durchgeführt. Auch in der belgischen Hauptstadt Brüssel soll es vorerst deshalb kein 5G-Pilotprojekt mehr geben. Die Umweltministerin will die Bewohner der Stadt anscheinend auf Grund der Strahlenbelastung nicht „zu Versuchskaninchen“ machen. Da fällt mir wieder einmal die Resolution 1815 vom Europarat aus dem Jahr 2011 ein:

„Alle zumutbaren Maßnahmen (sind zu) ergreifen, um die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern zu verringern, insbesondere gegenüber hochfrequenten Wellen von Mobiltelefonen und insbesondere die Exposition von Kindern und jungen Menschen, bei denen das Risiko von Gehirntumoren am größten zu sein scheint.“

Bereits veröffentlichte wissenschaftliche Studien zeigen deutlich auf, dass „von vornherein angenommen werden kann“, dass es durchaus reale Gesundheitsrisiken gibt. Dazu gilt:

„Kein Versuch darf durchgeführt werden, wenn von vornherein angenommen werden kann, dass er zum Tod oder einem dauernden Schaden führen wird.“
(Nürnberger Kodex, Punkt 5)

Was können wir tun?

Jetzt bleiben wir mal hier kurz stehen. Wir stellen fest: Aktuelle sogenannte „Sicherheitsrichtlinien“ oder „Grenzwerte“ sind längst veraltet. Alle oben erwähnten „gesundheitlichen Schäden“ treten in der Realität längst auf und sind darüber hinaus sogar wissenschaftlich belegt. Dies obwohl die Strahlung wohl offenbar unterhalb der dafür definierten Sicherheitsstandards liegt. Was können/sollen wir tun? Nun, ich bin seit über 25 Jahren beruflich in der IT-Branche tätig. Ja, ich bin definitiv ein Technik-Freak! Wir sollten jedoch unbedingt und rasch die Politik-Darsteller in die Verantwortung ziehen! Schnell müssen jetzt alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern der 5G-Technolgoie rechtzeitig stoppen zu können. Wir benötigen dringend unabhängige Wissenschaftler, welche vor Einführung von 5G zweifelsfrei sicherstellen können, dass für sämtliche Lebewesen die Strahlungsintensitäten (5G, GSM, UMTS, LTE und WLAN) nicht gesundheitsschädlich sind. Dies hat doch insbesondere auch für Säuglinge, Kinder, schwangere Frauen sowie für die gesamte Umwelt zu gelten! Die Politik-Darsteller der sogenannten Regierungen sollten dringend über bereits jetzt bekannte Gesundheitsrisiken durch Strahlung aufklären bzw. darüber informieren, wie und weshalb kabellose Kommunikation tunlichst zu vermeiden ist. Dies gilt wiederum insbesondere für Kindergärten und Schulen.

Fazit

Aber woher sollen diese unabhängigen Wissenschaftler nur kommen? Wissenschaft ohne wirtschaftliche Interessen bzw. ohne Lobbyisten, welche im Hintergrund das „gewünschte Studienergebnisse“ bereits ausformuliert und zu Papier gebracht haben? Wäre das künftig überhaupt möglich? Wohl kaum. Darüber hinaus müsste man wohl verhindern, dass Big-Data bzw. die Telekommunikationbranche über ihre Lobbyorganisationen die Politik-Darsteller davon „überzeugt“ (mit welchen Mitteln auch immer?), Entscheidungen zur weiteren Verbreitung der hochfrequenten Strahlung (einschließlich 5G) zu treffen, bevor man nicht die genauen gesundheitlichen Auswirkungen kennt. Bis zu diesem Zeitpunkt wäre es deshalb wohl wesentlich nachhaltiger in kabelgebundene digitale Telekommunikation zu investieren.

Mit den Worten der Europäischen Umweltagentur (EUA):

„Es gibt viele Beispiele, in denen das Vorsorgeprinzip in der Vergangenheit nicht angewendet wurde und wo es zu schweren und oft irreversiblen Schäden bei der Gesundheit und der Umwelt kam.“

Es bleibt zu hoffen, dass man diese Vergangenheit nicht erneut wiederholt. Deshalb habe ich heute doch einen Blog-Beitrag über 5G veröffentlicht – weil ich mir NICHT sicher bin! Wenn wir uns NICHT sicher sind – sind wir (und unsere Gesundheit) dann sicher???

Vielleicht möchtest Du ja Deine Gedanken, kreativen Ideen und Konzepte mit uns teilen? Nutze dazu doch bitte einfach den unten stehenden Kommentarbereich oder schicke mir Deine Meinung per E-Mail. Abschließend wünsche ich dir natürlich eine spannende Zeit bei Deinen Recherchen. Bis zum nächsten Mal – und nicht vergessen: Manchmal denke ich bereits vor dem Frühstück an sechs unmögliche Dinge…


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: mohamed_hassan / Lizenz: Pixabay License
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