Ein Pharao in Hamburg?

An diesem Sonntag wollten wir eigentlich sehr früh aufstehen, um uns den Fischmarkt in Hamburg anzusehen. Leider haben wir ein wenig verschlafen, und so geniessen wir erst einmal das leckere Frühstück in unserem Hotel. Frisch gestärkt verlassen wir danach das Hotel und fahren zu den Landungsbrücken. Hier können wir uns bereits einen ersten Eindruck vom Hamburger Hafen machen. Unser weiterer Weg führt uns zu der Hauptkirche St. Michaelis – oder „Michel“, wie die Hamburger diese Kirche liebevoll nennen. Ganz in der Nähe befinden sich auch die Krameramtswohnungen, die wir noch sehen wollen, bevor wir uns mit der Familie von Alex treffen.

Wohin mit den Witwen?

Die Krameramtswohnungen gehören wohl zu den  ältesten Reihenhaussiedlungen der Welt. Die Häuser wurden im 17. Jahrhundert im Auftrag des Krameramts erbaut. Diese Zunft vereinigte verschiedene Händler, die in der Stadt einen festen Stand oder Laden unterhielten. Damals wurden vor allem Gewürze, Seidenstoffe sowie Eisenwaren gehandelt. Die wohlhabende Berufsvereinigung kaufte damals das Gebiet um eine Wohnanlage für ca. 20 Witwen ihrer verstorbenen Zunftskollegen errichten zu lassen. Hamburg, Kramer-Witwen-Wohnung

Dieses Konzept brachte die Möglichkeit mit sich, die freigewordenen Ladengeschäfte wieder zu bewirtschaften und weitere, neue Mitglieder aufzunehmen. Der Wohnbereich für eine Witwe verteilte sich auf zwei Ebenen. Im Erdgeschoss befand sich ein kleines Wohnzimmer mit Küche. In der ersten Etage standen den Frauen eine Stube mit Nähtisch und ein Bett zur Verfügung. Im zweiten Obergeschoss gab es noch einen kleinen Trockenboden.

Wir besichtigen natürlich eine solche Kramer-Witwen-Wohnung und erhalten in der historischen Wohnung einen Einblick in die Alltagskultur des mittelständischen Lebens vergangener Jahrhunderte.  Die Kramer-Witwen-Wohnung strahlt ein Flair von Ruhe und Gemütlichkeit aus, erinnert aber auch an die alltäglichen Schwierigkeiten. Handelte es sich doch um eine Zeit ohne modernen Komfort. Darauf hin besuchen wir noch die Krameramtsstube löschen dort unseren Durst.

Anschließend treffen wir uns mit der Familie von Alex zu einem türkischen Mittagessen. Endlich haben wir Gelegenheit alle Neuigkeiten mit Omi, Tante Claudia und Tante Ulrike auszutauschen. Selbstverständlich darf auch ein köstlicher Eisbecher im besten Eis-Salon von Hamburg nicht fehlen. Bereits auf dem Weg dorthin sehen wir unzählige Plakate mit den Hinweis auf einen Pharao in Hamburg? Im Detail handelt es sich wohl um Tutanchamun und sein Grab sowie seine Schätze. Sofort werden wir von Tante Claudia dabei unterstützt uns diese Ausstellung anzusehen.

Die Schätze aus dem Tal der Könige

Tutanchamun. Er ist wohl der bekannteste aller Pharaonen. In seinem Grab wurden so viele Schätze, unter anderem seine berühmte Goldmaske, gefunden. Sämtliche“ Originalschätze“ aus seinem Grab sind im Museum in Kairo zu sehen. In dieser Ausstellung gibt es deshalb zwar „nur“ Repliken zu sehen: Doch alles ist so aufwendig gemacht, dass letztlich die Faszination bleibt.

Hamburg, Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze Rund 90 Minuten dauert ein Rundgang durch diese Ausstellung. Wer aber wirklich alles genau sehen will, kann auch gut drei Stunden in dieser atemberaubenden Ausstellung verbringen. Wir sehen unter anderem auch Kurzfilme über die Geschichte Tutanchamuns und die Ausgrabungsarbeiten im Tal der Könige. Anschließend erleben wir die drei Grabkammern des Pharao in einer spektakulären Rekonstruktion, so wie sie damals entdeckt wurden. Auf die Grabkammern folgt die Objektausstellung mit den Schätze. Im Eintrittspreis inbegriffene ist eine Hörführung. Sie vermittelt den Besuchern ein besonders intensives Ausstellungserlebnis. Diese Ausstellung ist ein absoluter Hit – das muss man einfach gesehen haben!

 

Die Zeit verging leider schon wieder wie im Flug. Wir geniessen diesen Abend zusammen mit Tante Claudia bei einer guten Tasse Kaffee und vielen Diskussionen zum Thema „Ägypten und die Schätze der Pharaonen“. Gemeinsam mit Tante Claudia werden wir in den nächsten Tagen auch noch das Planetarium in Hamburg besuchen, um dieses Thema beim Vortrag „Die Sterne der Pharaonen“ abzurunden.

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