Von den Goldschmieden dieser Welt

Um unser heutiges System der Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft besser zu verstehen, müssen wir uns zuerst einmal mit dem „Mittel unserer Versklavung“ eingehend auseinandersetzen. Jenes Mittel wurde bereits vor vielen Jahren eingeführt, und dieses Mittel der Versklavung nennt sich: Geld! Erst wenn wir also die Fragen: „Was ist Geld“ oder „Wie funktioniert Geld“ beantworten können, sind wir bereit dazu unser Leben bzw. das derzeitige System zu verändern. Viele Menschen haben heute eine ganz besondere Art von Angst in sich. Die Angst seinen Job zu verlieren, hängt unmittelbar mit der Angst sein Leben nicht mehr finanzieren zu können zusammen. Dies wiederum löst bei den meisten Menschen die Angst aus, in der Gesellschaft nicht mehr angesehen zu sein bzw. nicht mehr als gleichwertiger Teil der bestehenden Gesellschaft angesehen zu werden. Diese Existenzängste können auf einen einfachen Satz minimiert werden: „Ich habe Angst davor kein Geld mehr zu haben!“ Diese Angst ist jedoch total unbegründet. Wenn es darum geht den Menschen diese Angst zu nehmen, beginne ich immer gerne bei einer kleinen Geschichte, die ich jetzt auch hier erzählen möchte:

Früher einmal gab es kein Geld. Da wurde in unserer Welt noch so gut wie alles „ausgetauscht“. Ob es sich nun um Nahrung, Kleidung oder Unterkunft handelte. Beinahe alles konnte wiederum gegen alles eingetauscht werden. Irgendwann war man auf der Suche nach „leichter beweglichen“ Tauschmitteln. Denn immer eine Kuh oder ein Schwein mitzuschleppen war doch recht umständlich. So wurde früher oder später ein Metall mit dem Namen „Gold“ entdeckt. Mit der Zeit wurden vom Menschen sogar Wege gefunden um Metalle wie Gold oder Silber leicht zu verarbeiten. Schnell gab es also Goldschmiede, die kleine und äußerst handliche Münzen aus dem gewonnen Gold und Silber herstellen konnten.

Dadurch hatte der Goldschmied bald so viel Gold zur Verarbeitung lagernd, dass er einen Tresor brauchte um sein Gold angemessen zu schüzten. Es dauerte auch nicht lange – ich würde mal sagen – nach wenigen Tagen standen einige Bürger vor der Tür des Goldschmieds, um auch ihr Gold im Tresor des Goldschmieds zu schützen. Man kann sich vorstellen, dass es wiederum nicht lange dauerte bis der Goldschmied seinen ganzen Tresor vermietet hatte.

So zogen also die Jahre ins Land… Der Goldschmied machte in diesen Jahren folgende Erfahrung: Eigentlich kamen nur sehr selten die Bürger zu ihm, um ihr Gold aus dem sicheren Tresor wieder abzuholen. Ein Grund dafür war wohl die Tatsache, dass es mittlerweile „Papiere“ gab, die der Goldschmied als Quittungen für das Gold unterschrieben hatte. Noch einmal ganz langsam: Was war genau geschehen? Auf dem Dorf-Markt wurden inzwischen lediglich diese „Papiere“ oder Quittungen des Goldschmieds gehandelt, als wären sie das Gold selbst. Die Bürger bemerkten also sehr schnell: Dieses „Papiergeld“ war ja noch sehr viel praktischer als die schweren Goldbarren oder Münzen…

Gold gegen Zinsen

Es dauerte nicht lange, dann verlieh der Goldschmied sogar sein Gold. Selbstverständlich gegen Zinsen. Der Kredit war erfunden. Immer mehr und mehr Leute wollten immer neue Kredite vom Goldschmied. Da hatte der Goldschmied die ultimative Geschäftsidee. Er wusste ja, dass nur sehr wenige seiner Einleger jemals tatsächlich ihr Gold zurück haben wollten. Deshalb stellte er also mit Leichtigkeit „Papiere“ aus, die vom Gold seiner Einleger gedeckt würden. Seine Kunden würde ja nichts davon merken, solange diese Kredite zurückgezahlt werden würden. So war der Goldschmied nun schon eher Bankier als Handwerker und konnte im Geheimen ein gutes Einkommen geniessen, von den Zinsen seiner Kunden.

So wurde der Goldschmied also zum bedeutenden Geldgeber. Selbstverständlich wurde er auch ständig reicher. Bald regte sich also der Verdacht, dass er das Gold seiner Einleger ausgab. Aus diesem Grund drohten eines Tages seine Kunden damit, ihr Gold zurückzufordern. Auch dies war jedoch keinesfalls eine Katastrophe für den findigen Goldschmied. Seine Kunden hatten nämlich bisher überhaupt nichts verloren. Das gesamte Gold war ja nach wie vor im Tresor und in Sicherheit. Seine Kunden waren total erstaunt. Also wollten sie ihr Gold doch nicht zurücknehmen, sondern forderten vom Goldschmied eine Beteiligung. Die passende Idee war schnell gefunden: Der Goldschmied sollte den Kunden doch Zinsen auf ihren Goldbestand zahlen. Das war also der Anfang unseres heutigen Bankwesens. Natürlich gab es weltweit mehrere solch „geschäftstüchtige“ Goldschmiede, wie man sich unschwer vorstellen kann.

Aus dem Goldschmied wurde ein Bankier. Er bezahlte einen geringen Zinssatz auf die Goldeinlagen anderer Leute, welches er dann wiederum anderen Leuten zu wesentlich höherem Zins verlieh. So wurde er immer reicher und reicher!

Geld aus dem Nichts erschaffen?

Früher oder später war er jedoch nicht mehr zufrieden mit seinem Einkommen. Gleichzeitig wuchs die Nachfrage an Krediten stetig an. Die Kredite jedoch waren durch die Goldmenge in seinem Tresor stark beschränkt. Also hatte er eine wirklich dreiste Idee. Es wusste ja niemand genau, wie viel Gold in seinem Tresor lagerte. Deshalb könnte er sogar Kredite vergeben, die doch gar nicht durch wirklich verfügbares bzw. im Tresor eingelagertes Gold gedeckt waren. Solange nicht alle Kunden gleichzeitig zum Bankier kämen um ihr Gold abzuholen, würde dies auch gutgehen. Man möchte es gar nicht glauben, aber diese neue Intrige funktionierte sogar sehr gut und der Bankier wurde noch schneller unwahrscheinlich reich. Noch einmal langsam: Er wurde unheimlich reich durch Zinsforderungen für Gold, welches er gar nicht hatte!

Es war wohl zu unglaublich für die Kunden des Bankiers sich vorzustellen, dass der Bankier einfach „Geld aus dem Nichts“ erschaffen könnte. Deshalb kam dieser Gedanke den Leuten auch lange Zeit erst gar nicht. Der Reichtum stieg dem Bankier jedoch allmählich zu Kopf. Mit der Zeit erregte der übermäßige Reichtum des Bankiers wieder Verdacht in der Bevölkerung. Einige Kunden verlangten eines Tages wieder echtes Gold anstatt der „Papiere“. Es gingen Gerüchte um, und plötzlich tauchten einige reiche Anleger auf, um ihr gesamtes Gold zurückzufordern. Das Spiel war damit aus!

Die Dorfbewohner versammelten sich auf der Straße vor der geschlossenen Tür der Bank. Schnell stellte sich heraus, dass der Bankier niemals genug Gold und Silber im Tresor hatte, um alle „Papiere“ gleichzeitig auszuzahlen. Für diese Situation gibt es einen schönen Begriff. Dieser Begriff nennt sich „Bankrun“. Alle Bankiers fürchten diese Situation, denn bei einem „Bankrun“ wird das öffentliche Vertrauen in den Bankier massiv geschädigt. Nun wird man sich die Frage stellen: Wie geht diese Legende wohl weiter? Irgendwie wäre es doch naheliegend gewesen, diese „Gelderschaffung aus dem Nichts“ vor dem zuständigen Gericht für illegal zu erklären. Richtig, aber die großen Kreditmengen, die der Bankier gewährte, waren mittlerweile für den Erfolg des Wirtschaftswachstums dieser Gemeinde notwendig geworden. Deshalb wurde diese Geschäftspraxis legalisiert und und mit der Zeit reguliert…

…Fortsetzung folgt…