Vision: Gerechte Geldordnung?

Wie die aktuellen Entwicklungen deutlich zeigen, ist die Politik nicht willens oder nicht in der Lage, die Menschen vor der Schädigung durch Banken zu schützen. Aus diesem Grund möchte ich heute ein total interessantes Projekt vorstellen: Der Kreditopferverein. Im Jahr 2012 wurde dieser Verein gegründet, um die Menschen über die Praxis der Giralgeldschöpfung durch private Geschäftsbanken aufzuklären. Durch diese Praxis ist die Kreditvergabe völlig neu zu überdenken, das gilt insbesondere für die Rechtsprechung, die der Realität auf diesem Gebiet um Jahrzehnte hinterherhinkt.

An dieser Stelle muss man jedoch zunächst einmal ein paar Fakten verstehen, um in einem weiteren Schritt dann weit verbreitete Irrtümer aufklären zu können. Zu diesem Zweck hat der Kreditopferverein ein tolles Dokument mit dem Titel „Wie Banken (nicht) funktionieren“ erstellt. In diesem Dokument findet man eine wirklich umfassende „Aufklärung“ zu den Themen „Banken“, „Geld“, „Geld(er)schaffung“ und „Schuld“.

Offener Brief an Bundespräsident Dr. Fischer

Der Kreditopferverein ist allerdings auch in weiteren Bereichen tätig. So setzt man dort vor allem auf Information, Aufklärung und konkrete Aktionen. In der Causa Hypo Alpe-Adria-Bank AG wurde beispielsweise am 17.02.2014 ein offener Brief an Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verschickt. Die Antwort aus der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei erfolgte durchaus wortkarg. Man könnte auch schlicht „Nicht-Antwort“ dazu sagen. Der Kreditopferverein gibt allerdings nicht auf und hat den Bundespräsidenten in einem erneuten Schreiben dazu aufgefordert, öffentlich Stellung zu nehmen. Aber sehen Sie selbst:

Offener Brief an Bundespräsident Dr. Fischer vom 17.02.2014
Antwort der Präsidentschaftskanzlei vom 13.03.2014
2.Schreiben an Bundespräsident Dr. Fischer vom 18.03.2014

Strafanzeigen zur Hypo Alpe Adria

Darüber hinaus hat der Kreditopferverband bereits zwei Strafanzeigen in der Causa Hypo Alpe Adria bei der Wirtschaft- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingebracht. Dabei handelt es sich um die Anzeige der schuldhaften Verzögerung eines Konkursantrages in der Causa Hypo Alpe-Adria-Bank AG vom 19.02.2014 sowie um die Anzeige gegen den für die Notverstaatlichung der Hypo Alpe-Adria-Bank AG verantwortlichen Bundesfinanzminister Josef Pröll, sowie alle Mitglieder der damaligen und aktuellen Bundesregierung und den Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer, ebenso gegen die Organe der österreichischen Finanzmarktaufsicht aufgrund der Vernachlässigung ihrer Aufsichtspflichten vom 21.05.2014.

Konstruktive Lösungswege…

Franz Hoermann
Prof. Dr. Franz Hörmann

Einer der Gründungsväter des Kreditopfervereins ist Herr Prof. Dr. Franz Hörmann (WU-Wien). In seinen Publikationen und Vorträgen erläutert er die Problematik des Geld- und Zinssystems und zeigt auch konstruktive Lösungswege für eine positive Veränderung auf. Mehr Informationen dazu findet man auf:

Informationsgeld – Grundidee
Zukunftsbanken

Ein weiteres Tätigkeitsfeld der Kreditopferhilfe ist natürlich die individuelle Unterstützung von Bankengeschädigten. In diesem Bereich ist die Vorsitzende Isabella Heydarfadai täglich mit Menschen in Kontakt, die teilweise unglaubliche Geschichten zu erzählen wissen.

Isabella Heydarfadai
Isabella Heydarfadai

Besonders bemerkenswert sind jene Fälle, bei denen größere Gruppen von Menschen durch korrupte Netzwerke von Masseverwaltern, Gutachtern, Bankern, Immobilienmaklern, Anwälten und teilweise auch Vertretern der Justiz vorsätzlich und gezielt in den Ruin getrieben werden. In den Nachbarländern Slowenien und Kroatien gibt es bereits Kooperationen mit Selbsthilfegruppen von Bankgeschädigten durch mehrere österreichische Raiffeisenkassen.

In diesen Fällen wird zwar bereits von der Staatsanwaltschaft ermittelt, allerdings stehen die betroffenen Menschen vor der Delogierung, wurden in den vergangenen Jahren nachweislich betrogen und sind aufgrund der komplexen juristischen Situation in ernsten Schwierigkeiten. Mit dem Vertrauensanwalt des Kreditopfervereins wird an einem Konzept für ein gemeinsames Vorgehen der Geschädigten vor österreichischen Gerichten gearbeitet.

Sammelklage österreichischer Kreditnehmer

Derzeit wird von der Kreditopferhilfe auch die Bildung einer Streitgemeinschaft („Sammelklage“) organisiert, bei der im ersten Schritt die Rechtmäßigkeit der Zinsberechnung durch die Bankinstitute in Frage gestellt wird. Denn es ist klar, dass nach den durch die EU-Kommission im Libor-/Euribor-Skandal verhängten Strafen für Banken alle Kreditverträge, die auf Libor oder Euribor referenzieren nicht rechtmäßig sein können. Da die Politik in dieser Angelegenheit – wieder einmal – untätig geblieben ist, bleibt es an den Bürgern, diesen Missstand zu korrigieren und für ihr Recht einzutreten. Nähere Informationen dazu und wie man sich an dieser „Sammelklage“ beteiligen kann findet man unter:

Kreditopferhilfe: Anmeldung zur Sammelklage

Gemeinsam die Systemkrise beenden…

Sehr kurzfristig werden wir also eine Lösung dieser „Systemkrise“ herbeiführen müssen. Auf die „Politik-Darsteller“ in Europa sollten wir uns dabei jedoch nicht mehr länger verlassen. Für die Lösung eines Problems gibt es ja bekanntlich immer mehrere Lösungsansätze: Man könnte hier beispielsweise die Einführung von wertstabilen, zinsfreien Parallelwährungen nennen. Auch der Umstieg auf Geldanlagen, die (endlich wieder!) der Realwirtschaft dienen, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Eines muss uns jedoch schleunigst klar werden: Wir müssen endlich gemeinsam für eine gerechte Geldordnung eintreten.

An dieser Stelle möchte ich deshalb wieder einmal auf das österreichische Banken-Volksbegehren unter dem Titel „Banken in die Schranken!“ verweisen. Nähere Details, Informationen, Konzepte und Analysen dazu finden Sie unter:

Banken in die Schranken!

Bitte verteilen Sie diese Informationen großzügig in den sozialen Netzwerken sowie in Ihrem Freundes- und Familienkreis. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

weiterführende Links:
Kreditopferhilfe
Interview: Banken in die Schranken!


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: bykst – kai Stachowiak / Lizenz: Public Domain CC0

2 Kommentare

  1. Avatar
    Bruno Thürig
    20/04/2015

    Guten Tag Frau Heydarfadai und Herr Hörmann

    Könnte es sein, dass man auch hier in Europa mit eigenen Schuldscheinen Bankschulden begleichen könnte?

    Siehe folgenden Beitrag:

    Begleich deine Schulden mit „Promissory Notes“ (Schuldschein)
    https://www.youtube.com/watch?v=-YtXg3d8e9U#t=1614

    MfG
    B. Thürig

  2. Sehr geehrter Herr Thürig!

    Die Sachverhalte um „Promissory Notes“ sind uns bekannt. Im Detail haben wir uns noch nicht damit beschäftigt.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Reinhold Mannsberger
    für den KOV Kreditopferverein

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