Irland: Von verliebten Riesen…

Die Bewohner der grünen Insel im Atlantik erzählen gerne alte keltische Sagen und Geschichten. So gehören die zauberhaftesten Winkel an der irischen Nordküste beispielsweise ganz den Riesen dieser mystischen Überlieferungen. Der berühmteste dieser riesenartigen Wesen in Irland ist wohl Fionn mac Cumhaill. Die Einheimischen nennen diesen Sagenheld aber auch oft liebevoll Finn McCool. Wohl deshalb ist sogar heute noch „Finn“ ein sehr beliebter männlicher Vorname in Irland.

Jedenfalls verliebt sich der Riese Finn McCool eines Tages unsterblich in eine überaus hübsche Riesin, welche auf der schottischen Insel Staffa lebt. Voller Sehnsucht blickte er also täglich zu seiner großen Liebe hinüber auf die gegenüberliegende Insel. Nur leider war die See an dieser Stelle viel zu gefährlich und somit ein massives Hindernis, das auch Finn nicht so einfach überwinden konnte.

Damm der Riesen

Eines Tages legte der mutige Riese jedoch einfach einen Damm an und wanderte kurzerhand über die irische See hinüber zu seiner Angebeteten. In Liebe vereint gingen sie daraufhin über den „Damm der Riesen“ zurück in die Heimat Finn´s – an die Nordküste Irlands. Nun, wie es im Leben jedoch immer so ist, hatte bereits ein weiterer Riese aus Schottland namens Benandonner seine Augen auf die Schöne geworfen.

Voller Neid und Groll folgte Benandonner deshalb dem glücklichen Riesen-Paar über die gewaltige Brücke von Schottland aus in Richtung irische Nordküste. Recht schnell erkannte Finn´s Partnerin jedoch die große Gefahr, welche in Form des gewaltigen Benandonner auf die beiden zukam. Deshalb zog sie Finn angeblich sogleich Babykleider an. Schnell war auch ein passender Babyschnuller für den Riesen gefunden. Direkt an der Küste legte sie dann Finn kurzerhand in ein überdimensionales Kinderbett.

Als bei seiner Ankunft in Irland nun der Riese aus Schottland das vermeintliche Baby sah und sich daraufhin natürlich sofort vorstellte, wie groß und stark erst sein leiblicher Vater sein müsste, flüchtete Benandonner ängstlich zurück nach Schottland. Bei seiner panischen Flucht verlor er wohl einen seiner Schuhe am Ufer, der im Laufe der Zeit versteinerte und bis heute dort liegen blieb. Aus Wut über diese „Niederlage“ vernichtete er den „Damm der Riesen“. Der schottische Riese wurde daraufhin nie wieder gesehen.

40.000 Basaltsäulen

The Giant´s Causeway Den Ort, an jenem sich diese Geschichte der „verliebten Riesen“ zugetragen haben soll, werden wir heute besuchen: The Giant´s Causeway. Er befindet sich an der nördlichen Küste des Countys Antrim in Nordirland, östlich des kleinen Städtchens Bushmills, welches vor allem wegen des dort hergestellten Whiskeys berühmt ist. Der Giant’s Causeway wurde im Jahre 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Er besteht aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, die ein Alter von etwa 60 Millionen Jahren aufweisen sollen. Von den Einheimischen selbst wird dieser Ort auch gerne als das achte Weltwunder bezeichnet. Und tatsächlich: Wir kommen hier aus dem Staunen gar nicht mehr heraus – das muss man wirklich gesehen haben!

Carrick-a-Rede Rope Bridge

Anschließend machen wir uns heute auf den Weg zur Carrick-a-Rede Rope Bridge. Dabei handelt sich um eine schmale Hängebrücke für Fußgänger, die eine kleine Meerenge überspannt. Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zu dieser Brücke. Nach rund 15 Minuten erreichen wir schließlich die Brücke, die hier schon seit rund 350 Jahren existiert.

Carrick-a-Rede Rope Bridge Ursprünglich wurde sie von Fischern errichtet, welche von der kleinen Insel aus mit einem Netz Lachse fingen. Da der Seegang rund um die Insel eine Bootsüberfahrt sehr oft nicht ermöglichte, griffen die Fischer zu dieser „Brücken-Lösung“. Ursprünglich wurde die Brücke deshalb auch nur für die Lachssaison von Juni bis August gespannt.

Heute ist diese Brücke wohl in erster Linie eine Touristenattraktion und von März bis November geöffnet. Der Fischfang spielt hier wohl nur noch eine untergeordnete Rolle. Für die „erfolgreiche“ Überquerung dieser Brücke erhält man jedenfalls ein schönes Zertifikat, welches man dann wahrscheinlich sehr stolz seinen neidischen Freunden zeigen sollte.

Leider nimmt auch dieser Tag schon wieder schön langsam sein Ende. Wir fahren deshalb weiter in Richtung Belfast. In der Hauptstadt von Nordirland werden wir heute das Wellington Park Hotel beziehen. Zuvor legen wir jedoch noch eine kleine Pause in einem malerischen Hafenstädtchen ein. Nach dem Abendessen machen wir dann jedoch noch eine kleine Sightseeing- und Pub-Tour durch Belfast. In dieser Gegend Nordirlands ist ja derzeit beinahe alles pink eigefärbt, da heuer wohl der Giro d’Italia hier eröffnet wurde. So finden wir auch die City Hall von Belfast in dieser Farbe beleuchtet vor.

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