Irland: Der Kriminalfall RMS-Titanic

Die Werft Harland & Wolff Ltd. mit ihrem Hauptsitz in Belfast war während der Glanzzeit der Liniendampfer eine der bedeutendsten Schiffswerften Europas. Hier entstanden beispielsweise auch die beiden bekanntesten Schiffe der britischen Reederei White Star Line in der sogenannten Olympic-Klasse: Die Schwesternschiffe RMS-Olympic und RMS-Titanic.

Die technischen Werte der beiden Liniendampfer sind verblüffend gleich:

Länge: 269,04 Meter (Lüa = Länge über alles)
Breite: 28,19 Meter
Tiefgang: max. 10.54 Meter
Verdrängung: 53.147 Tonnen
Vermessung: 45.324 BRT (Bruttoregistertonne)

Interessant ist auch, dass die RMS-Olympic am 29. Mai 1911 fertiggestellt und am 31. Mai 1911 der Reederei White Star Line übergeben wurde. Am gleichen Tag erfolgte auch der Stapellauf der RMS-Titanic in Belfast. Die RMS-Olympic hatte demnach die Baunummer 400 – die RMS-Titanic die Baunummer 401.

Bereits am 14. Juni 1911 startete dann die RMS-Olympic unter dem Kommando von Kapitän Edward John Smith zur Jungfernfahrt nach New York. Am 20. September 1911 kam es zu einer schweren Kollision mit dem britischen Royal-Navy-Kreuzer HMS-Hawke. Es musste daraufhin eine kostenintensive Reparatur der RMS-Olympic durchgeführt werden. Hierdurch verzögerte sich auch die Fertigstellung der RMS-Titanic.

Wer war der Eigentümer?

Die folgende Seeamtsverhandlung sprach die Schiffsführung der RMS-Hawke übrigens von jeder Schuld frei. Aus diesem Grund weigerte sich damals wohl auch das britische Empire, für den Schaden an der RMS-Olympic aufzukommen. Darüber hinaus war die RMS-Olympic zu dieser Zeit nicht (!) versichert. Man kann sich also recht gut vorstellen, dass es durch diesen „Zwischenfall“ zu einem riesigen materiellen Verlust für den Eigentümer gekommen ist. Aber halt! Wer war den der Eigentümer überhaupt?

Nun, die Frage nach dem Eigentümer, ist nicht so ganz einfach zu beantworten. Bereits vor über 100 Jahren war man nämlich recht gut in der Erfindung von recht „undurchsichtigen“ Unternehmens-Beteiligungsstrukturen. Wir wollen hier jedoch einmal dieses Beteiligungs-Gewirr in Ruhe auflösen. Wie wir bereits gehört haben, wurden die beiden Schwesternschiffe der Olympic-Klasse in Belfast bei der Werft Harland & Wolff Ltd. im Auftrag der Reederei White Star Line gebaut. Diese Fakten führen uns zur International Mercantile Marine Company.

Titanic-Vertrag mit J.P. Morgan Die International Mercantile Marine Company (IMMC) war eine amerikanische Reederei mit Sitz in New York City. Im Jahre 1902 kaufte diese IMMC für rund 40 Millionen US-Dollar in bar und in Aktien die Reederei White Star Line mit Sitz in Liverpool. Das war jedoch noch nicht alles: Innerhalb nur eines Jahres hatte damals die IMMC eine Schiffsflotte von insgesamt etwa 100 Schiffen (Frachter und Passagierschiffe) erworben. Es wurden nämlich ziemlich zeitgleich auch die beiden bedeutenden amerikanischen Reedereien, Atlantic Transport Line (ATL) und die International Navigation Company aufgekauft. Auch wurde die damals größte transatlantische Frachter-Linie der Reederei Leyland Line (mit ihren rund 40 Schiffen) übernommen. Ganz nebenbei erwarb man schließlich noch die Dominion Line Ltd.

Aber kommen wir nun zum wirklich wichtigen Punkt dieser Geschichte: Der Initiator der IMMC war nämlich der US-amerikanische Bankier John Pierpont Morgan – auch bekannt als J.P. Morgan. Morgans Vorliebe für die Seeschifffahrt begann ungefähr im Jahre 1900. Darüber hinaus gehörte seiner Eisenbahngesellschaft, der Baltimore and Ohio Railroad, ein Streckennetz von rund 15.000 km zwischen der Atlantikküste und Chicago. Sein damaliger Plan war bemerkenswert einfach sowie genial: Die Übernahme aller wichtigen Reedereien dieser Welt und anschließend die Verbindung der Schiffe mit seinem Eisenbahnnetz.

Geheimtreffen auf Jekyll Island

Bereits in einem früheren Artikel habe ich mich mit dem Untergang der RMS-Titanic beschäftigt. Leider muss ich an dieser Stelle etwas weiter ausholen – allerdings sind die Fakten dazu durchaus wichtig und interessant: Wir befinden uns in der Zeit kurz vor der Einführung des sogenannten „Federal Reserve Act´s“ in den Vereinigten Staaten von Amerika. Leider wissen auch heute noch die wenigsten Menschen davon, dass damals der Federal Reserve Act im “Geheimen” von sieben Männern geplant wurde. Dazu trafen sich diese Männer im Jahr 1910 auf Jekyll Island. Das Ziel war die Einführung einer Zentralbank in privater Hand. An diesem Geheimtreffen nahmen Senator Nelson Aldrich und Frank Vanderlip teil. Wir treffen aber auch auf weitere “alte Bekannte”. So nahmen an diesem Treffen auch Herren wie Henry Davison, Benjamin Starke, Charles Norton, J.P. Morgan und Paul Warburg teil.

Die Einführung des Federal Reserve Acts war also wirklich gut vorbereitet worden. Dennoch gab es natürlich auch einflussreiche Gegner, die diesem Plan nicht viel Positives abgewinnen konnten. Zu diesen Gegnern des Federal Reserve Acts zählten vor allem John Jacob Astor IV., Benjamin Guggenheim, Isidor und Ida Straus sowie Charles Hays. Jetzt bitte gut aufpassen: Alle diese Persönlichkeiten wurden eingeladen, bei der Jungfernfahrt der RMS-Titanic dabei zu sein. Dieses Unglück hat dann auch leider keiner von ihnen überlebt…

Versicherungsbetrug?

Ein weiteres Detail am Rande: Das damalige Schifffahrtsimperium von J.P. Morgan kam nämlich in massive finanzielle „Schieflage“, als es im September 1911 zu dieser schweren Kollision zwischen der RMS-Olympic und der HMS-Hawke kam. Nach der, bereits weiter oben erwähnten, verlorenen Seeamtsverhandlung sowie der Tatsache, dass keine Versicherung für diesen materiellen Schaden bestand, drohte Herrn J.P. Morgan somit ein erheblicher finanzieller Schaden.

Wie wir auch bereits gehört haben, verzögerte sich durch die Reparatur an der RMS-Olympic auch die Fertigstellung der RMS-Titanic. Wahrscheinlich wurden der unfertigen RMS-Titanic sogar Ersatzteile entnommen und in weiterer Folge für die Reparatur der RMS-Olympic verwendet. Waren die beiden Schiffe gar gleichzeitig in Belfast bei der Werft Harland & Wolff Ltd. untergebracht? Fakt ist jedenfalls, dass beide Schiffe dann nur innerhalb einer Woche ihre Reise in die USA antraten. Wäre es also möglich, dass die beiden Liniendampfer bei dieser Begebenheit einfach ausgetauscht wurden?

Bei der angeblichen RMS-Titanic war Herr J.P. Morgan dann nämlich versichert. Interessant wäre an dieser Stelle zu wissen, welchen Betrag er von der Versicherung für den Untergang der angeblichen RMS-Titanic erhielt. Gehen wir einmal davon aus, dass in Wirklichkeit die RMS-Olympic (mit anderen Worten also ein ohnehin schon massiv zerstörtes Schiff) untergegangen ist, dann hat Herr J.P. Morgan quasi für ein bereits „havariertes Schiff“ eine vermutlich hohe Versicherungssumme einkassiert. Ein Schelm wer Böses dabei denkt?

Wer war der Kapitän?

In diesem Zusammenhang darf man selbstverständlich auch nicht die bereits erwähnte Tatsache aus den Augen verlieren, dass beim Untergang der RMS-Titanic auch einige der reichsten Menschen Amerikas starben, die noch dazu der Idee zur Gründung einer US-Zentralbank (FED) äußerst negativ gegenüberstanden. Die meisten Rettungsboote der RMS-Titanic wurden übrigens halbleer zu Wasser gelassen…

Rund 100 Jahre nach dem Untergang der RMS-Titanic weiß man jedoch auch ein wenig mehr: Der zuständige Kapitän war übrigens wieder Edward John Smith. Jaja, Sie haben schon richtig gelesen. Der ehemalige Kapitän der RMS-Olympic. Meine provokante Aussage dazu: Er kannte eben sein Schiff. Und was war sein Schiff? Richtig: Die RMS-Olympic…

Bei der Jungfernfahrt der RMS-Titanic wollte J.P. Morgan selbstverständlich auch persönlich anwesend sein. Jedoch musste er diese Reise kurzfristig (1 Tag zuvor!?) aus gesundheitlichen Gründen absagen?! Bei Anhörungen in England bzw. USA betreffend die Titanic-Katastrophe kamen zwar unglaubliche Schlampereien ans Tageslicht, niemand hatte damals jedoch den Tod von über 1.500 Menschen vor einem Gericht aufklären lassen. Sehr eigenartig!?

Explosionen?

Bei diesen Untersuchungen konnte zwar ermittelt werden, dass ein Eisfeld (Treibeis) vorhanden war – allerdings konnte anscheinend niemand wirklich bezeugen, dass ein Eisberg das Schiff beschädigt hatte? Es ist jedoch überliefert, dass von vielen Überlebenden immer wieder davon berichtet wurde, dass es zu lautstarken Explosionen gekommen sei? Spätere Besichtigungen des Wracks unter Wasser sollen demnach sogar belegen, dass der Schiffsrumpf gar nicht beschädigt war? Wie kann das sein, wenn man doch tatsächlich einen riesigen Eisberg rammte? Welche Rolle spielte hier der Kapitän? Wo sind eigentlich die Logbücher der RMS-Titanic?

Es gibt aber noch weitere durchaus merkwürdige Fakten bzw. Fragen: Warum finden sich bei den ehemaligen Kohlebunkern große Löcher? Könnte es sich hierbei um die Spuren von stattgefunden Explosionen handeln? Warum fand man bei den Tauchgängen zum Wrack der RMS-Titanic anscheinend die Buchstaben-Kombination „—MP–“? Könnte dies eventuell auch auf die ehemalige Beschriftung „Olympic“ hindeuten? Insgesamt stehen wir bei diesem Thema wohl vor einem äußerst spannenden Kriminalfall, der leider bis heute noch nicht vollständig aufgeklärt wurde.

The Titanic Experience

Heute besuchen wir in Belfast deshalb auch das Titanic Museum. Die Besucher können sich hier ausgiebig über die gesamte Geschichte vom Bau bis zum Untergang des ehemaligen Luxusliners informieren. Das Erlebniszentrum steht heute übrigens genau neben der Werft Harland & Wolff. Nicht umsonst spricht man in Belfast auch vom sogenannten „Titanic-Experience“. Es handelt sich nämlich keinesfalls um ein „staubtrockenes“ Museum – sondern vielmehr um ein ganz besonderes Erlebnis.

Das interaktive Ausstellungskonzept versucht mit Hilfe von Computern, Audiobeiträgen, Spezialeffekten und Touchscreens die Geschichte rund um dieses Schiff erlebbar zu machen. Man findet hier Nachbauten der geräumigen Erste-Klasse-Suiten ebenso wie der engen Dritte-Klasse-Kabinen mit Stockbetten. Es gibt auch die Möglichkeit eine durchaus imposante 3D-Reise direkt vom riesigen Maschinenraum durch die einzelnen Schiffsdecks bis zur damaligen Brücke zu machen. Prädikat: Dieses Erlebnis sollte bei keiner Sightseeing-Tour in Belfast fehlen!

Das spirituelle Zentrum Irlands

Armagh, St.-Patricks-Kathedrale Unsere anschließende Fahrt führt uns dann jedoch leider schon wieder weg von Belfast. Wir besuchen die Stadt Armagh. Der Legende nach wurde Armagh im Jahre 444 durch den Heiligen Patrick gegründet. Bis heute ist Armagh daher wohl ein religiöses und spirituelles Zentrum Irlands geblieben.

Es ist nämlich sowohl der Sitz des anglikanischen als auch des römisch-katholischen Erzbischofs. Wir besichtigen hier deshalb auch die katholische St.-Patricks-Kathedrale sowie die St.-Patrick’s-Cathedral (Church of Ireland).

Danach geht es weiter durch das historische Tal „Boyne Valey“. Leider haben wir hier viel zu wenig Zeit eingeplant, um die dortigen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wir werden dieses Tal mitsamt seiner prähistorischen Kultstätten heuer leider gänzlich links liegen lassen müssen. Vor allem eine Besichtigung der großen jungsteinzeitlichen Hügelgrabanlage „Newgrange“ wäre sehr reizvoll gewesen. Naja, Irland wir kommen bestimmt wieder!

Hochkreuze zum Abschied

Unsere weitere Fahrt führt uns heute jedoch noch in den ehemaligen Klosterbezirk von Monasterboice. Dort besichtigen wir auch die berühmten Hochkreuze. Leider geht es danach schon wieder zurück nach Dublin in unser Hotel für unsere letzte Nacht in Irland. In Dublin angekommen, entscheiden wir uns nach dem Abendessen spontan die Pub´s im Bezirk Temple Bar unsicher zu machen. Dort verbringen wir auch noch eine wirklich tolle Nacht und sind schon sehr traurig, dass wir bereits morgen diese wunderschöne Insel wieder verlassen müssen. Vielen Dank für die schöne Zeit, die wir heuer wieder in der Republik Irland sowie in Nordirland verbringen durften.

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