Die Mächte im Hintergrund (Teil 2)

Ein Mann fährt in seiner schwarzen Limousine durch Rom. Im nächsten Kreisverkehr wird er abbiegen in Richtung Via dei Condotti 68. Sein KFZ-Kennzeichen beginnt mit der Abkürzung SMOM. Stolz trägt dieser Mann seinen ehemaligen Adelstitel. Freiherr von Falkenburg macht doch wirklich einen sehr gehobenen Eindruck. Der Freiherr von Falkenburg ist selbstverständlich Mitglied einer katholischen Ordensgemeinschaft, welche sogar über eine eigene Währung verfügt… So oder sehr ähnlich könnte wohl ein durchaus packender Action-Krimi beginnen. Aber halt: Die Informationen entsprechen durchaus der Realität. Einzige Ausnahme: Die Person von Falkenburg habe ich natürlich (sicherheitshalber) frei erfunden. Dennoch tragen die Mitglieder dieser Ordensgemeinschaft auffällig oft ausgerechnet den ehemaligen Adelstitel Freiherr.

Herzlich willkommen beim 2. Teil unserer gemeinsamen Reise durch die Vergangenheit und Spurensuche unter dem Titel „Die Mächte im Hintergrund“. Zuerst sollten wir jedoch diese mysteriöse Geschichte aufklären. Begonnen haben meine Recherchen, wie bereits im 1. Teil von „Die Mächte im Hintergrund“, durch mein Interesse am Völkerrecht. Hier musste ich nämlich erstaunt feststellen, dass es sogenannte „Völkerrechtssubjekte“ gibt. Es gibt „originäre staatliche Völkerrechtssubjekte. Dabei handelt es sich um Staaten. Soweit so gut. Darüber hinaus gibt es aber offensichtlich auch „originäre nichtstaatliche Völkerrechtssubjekte“. Genau hier habe ich dann unter anderem die Fährte dieser „Ordensgemeinschaft“ aufgenommen.

Es handelt sich dabei also um den „Souveränen Malteser-Ritterorden“. Moment. Bitte wie? Wir kennen doch alle diese Rettungsfahrzeuge mit dem Malteserkreuz – oder? Warum ist diese „Ordensgemeinschaft“ denn ein „originäres nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt“? Eventuell sollten wir uns dazu einmal ein wenig die Geschichte bzw. die vorliegenden Fakten dazu ansehen?

Der Heilige Stuhl und der Malteserorden…

Mit vollem Titel spricht man eigentlich vom „Souveränen Ritter-Orden vom Hospital des heiligen Johannes von Jerusalem genannt von Rhodos, genannt von Malta“. Wow! Ein wahrer Zungenbrecher. Der Malteserorden wurde im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründet. Der Orden wurde bereits im Jahre 1113 päpstlich anerkannt und genießt übrigens die gleiche unmittelbare päpstliche Anerkennung wie der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Beide sind die einzig vom Heiligen Stuhl anerkannten Ritterorden der katholischen Kirche, die zudem in einem besonderen Souveränitätsverhältnis zum Heiligen Stuhl stehen. Die erste Aufgabe der „Ordensbrüder“ war demnach wohl die Krankenpflege. Kurze Zeit später kamen dann jedoch auch sogenannte „ritterliche“ Aufgaben hinzu. Dazu zählten die Verteidigung des Heiligen Landes, des Glaubens und der Schutz der bedürftigen Nächsten. Deshalb wurden diese „Ritter“ auch „Johannes-Ritter“ oder „Johanniter“ nach ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Johannes dem Täufer, genannt. Nach der Vertreibung aus Palästina im Jahre 1291 verlegte der Orden seinen Sitz von Jerusalem nach Zypern. Weitere Stationen fand man auf der Insel Rhodos aber auch in Candia, Messina, Viterbo und Nizza. Erst im Jahre 1530 verlegte man den Ordenssitz auf die Insel Malta. Seither bürgerte sich die heute bekannte Bezeichnung „Malteserorden“ ein. Interessantes Detail am Rande: In dieser Zeit veranstaltete der Malteserorden regelmäßig einen sogenannten „Corso“. Dabei handelte es sich im Grunde um eine Art „Treibjagd“ auf muslimische Schiffe im Mittelmeer. Sollte man an dieser Stelle erwähnen, dass die dabei gefangengenommenen Muslime versklavt wurden? Malta war damals eben einer der größten christlichen Sklavenmärkte.

Ungefähr 200 Jahre später wurde der Orden schließlich von Napoleon aus Malta vertrieben. Es folgten daraufhin sehr bewegte Jahre für den Malteserorden. Zuerst migrierten die Malteserritter größtenteils nach Russland. Hier überließ interessanterweise Zar Paul I. dem Orden riesige Ländereien. In den Jahren 1805 bis 1811 wurde in Ländern wie Deutschland, Spanien, Italien und Russland der gesamte Ordensbesitz eingezogen. Ausgerechnet in Böhmen-Österreich blieb der Malteserorden jedoch bestehen, was letztlich wohl den Fortbestand des Ordens bis heute sicherte. Detail am Rande: Im Jahre 1815 bestätigte der Wiener Kongress (siehe auch Teil 1) den Verbleib Maltas bei England. Der Fortbestand des Ordens als „souveräner Staat“ wurde im Vertrag von Verona (1822) gesichert. Der Orden verlegte daraufhin seinen Sitz im Jahre 1826 zuerst nach Ferrara im Kirchenstaat und 1834 schließlich nach Rom. Vor allem durch die Intervention des österreichischen Kaisers Ferdinand I. wurden dann dem Malteserorden mehrere seiner Besitzungen in Italien wieder zurückgegeben. An dieser Stelle sind die durchaus guten „Verbindungen“ dieses Ordens zu den „Blutlinien der globalen Monarchie“ doch sehr auffällig – finden Sie nicht?

Seit 1834 befindet sich der Sitz des Malteserordens also in Rom. Der sogenannte „Magistratspalast“ des Ordens befindet sich im Palazzo di Malta in der Via dei Condotti 68. Zu Fuß erreicht man beispielsweise den Vatikan in rund 25 Minuten. Dabei spaziert man einfach dem Tiber entlang und passiert dabei auch noch „zufällig“ die geschichtsträchtige Engelsburg. Der Orden der „Malteserritter“ hat seit dem Jahre 1869 einen exterritorialen Status und wird eben auch heute noch als ein souveränes, nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt betrachtet. Ein Vorteil, der sich daraus für den Orden ergibt: Der Orden verfügt über eine eigene Gerichtsbarkeit (Magistralgerichte des Souveränen Malteserordens). (1)

Die innere Struktur des Ordens

Dies führt uns zur inneren „Struktur“ des Ordens. Weltweit hat der Malteserorden rund 13.500 Mitglieder. Die männlichen Mitglieder nennt man „Ritter“, die weiblichen Mitglieder sind die „Damen“. Es gibt darüber hinaus einen sogenannten „Großmeister“. Woher kommt uns dieser Begriff denn nun wieder bekannt vor? Naja, jedenfalls wird dieser „Großmeister“ auf Lebenszeit gewählt. Mit derzeit 104 Staaten unterhält der Orden sogenannte „diplomatische“ Beziehungen. Es gibt in der Tat auch eine eigene Währung (Scudo). Darüber hinaus hat der Malteserorden den Status eines ständigen Beobachters bei der UNO. Die Malteser unterhalten deshalb auch ständige „Missionen“ an den UN-Standorten in New York, Genf, Rom, Wien und Paris. Hier fällt uns wieder einmal ein, dass der Grundstein für das UNO-Hauptquartier in New York bereits am 24. Oktober 1949 gelegt wurde. Am Ostufer Manhattans stiftete ein gewisser John D. Rockefeller ein etwa sieben Hektar großes Gelände im Wert von rund 8,5 Millionen Dollar. Dieses ehemalige Schlachthofgelände erhielt übrigens den Status eines internationalen Territoriums. Zufälle gibt es?!

Der Orden ist übrigens auch heute noch in drei Stände unterteilt, wobei allerdings lediglich der 1. Stand der sogenannten „Justizritter“ oder „Professen“ die Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam ablegt. Die Ritter und Damen des 2. Standes legen ein Gehorsamsversprechen (Oboedienz) ab. Die Mitglieder des 3. Standes verpflichten sich gemäß den Normen der Kirche zu leben und im Geiste des Ordens gegen die sogenannten „acht Elende dieser Welt“ (Krankheit, Verlassenheit, Heimatlosigkeit, Lieblosigkeit, Hunger, Schuld, Unglaube und Gleichgültigkeit), die die acht Spitzen des Malteserkreuzes symbolisieren, zu kämpfen. Wer jetzt noch mehr Detailinformationen zum Malteserorden haben möchte, wird sicherlich auf Wikipedia fündig. (2)

Kanzler, Freiherr = Freeman?

Kommen wir nach Österreich. Seit dem 12. Jahrhundert existiert das Großpriorat von Österreich. Derzeit gibt es wohl rund 420 aktive Ordensmitglieder. Einige wichtige Informationen dazu findet man auch auf der Internetseite der Erzdiözese Wien (3). Hier finden wir auch Kontaktdaten. Wir lernen, dass es sogar einen Kanzler gibt. Diese Position wird wohl von einem gewissen Herrn Dipl.-Ing. Richard Freiherr von Steeb ausgeführt. Wir lesen hier aber auch von einem Graf Norbert Graf Salburg-Falkenstein (Prokurator) oder von Dr. Ludwig Freiherr von Call zu Rosenburg und Kulmbach (Professritter). Was geht denn da ab? Was sollen denn diese „alten“ Adelsbezeichnungen?

Handelt es sich hier lediglich um weitere Zufälle? Was ist denn bitteschön ein Freiherr? Kann man daraus schließen, dass man kein „freier Herr“ ist, wenn man diesen Titel nicht hat? Ich denke, dass die Antwort auf diese Frage definitiv mit „JA!“ zu beantworten ist. Bei diesem Titel musste ich jedenfalls sofort an die „Freeman-Bewegung“ denken. Ein prominentes Beispiel aus Österreich ist wohl Herr Joe Kreißl (4). Im Rahmen unseres neuen Jahresprojektes unter dem Titel #ICHbinMENSCH werden wir uns unter anderem auch mit dem Thema „Person vs. Mensch“ beschäftigen. Interessant ist hier auf jeden Fall, dass wir gewisse Gemeinsamkeiten vorfinden (Freiherr / Freeman). In der Tat geht es darüber hinaus um das Thema „Versklavung der Menschheit“ und vor allem um die Frage: „Wie kann man dieser System-Versklavung entrinnen?“ Vielen Spuren führen hier in das Vereinigte Königreich (Großbritannien) und in das internationale Seerecht – aber auch das Kirchenrecht spielt eine erhebliche Rolle bei diesen Themen.

Das Adelsaufhebungsgesetz

Der Titel „Freiherr“ gehörte zum titulierten Adel im Heiligen Römischen Reich. Bis zum Jahre 1919 bestand dieser Titel auch in Österreich und dem Deutschen Reich. Dabei geht das Wort „Freiherr“ auf den mittelhochdeutschen Ausdruck „vrīherre“ zurück. ACHTUNG: Dies bedeutet nichts anderes als „freier Edelmann“. Frei! Noch einmal die Frage: „Sind wir wirklich frei?“ Ein weiteres Detail am Rande: In Österreich schaffte das Adelsaufhebungsgesetz von 1919 den Adelsstand und sämtliche Adelstitel namensrechtlich vollständig ab. (5)

Am Ende der Monarchie in Österreich-Ungarn wurde vom Parlament am 3. April 1919 ja bekanntlich die Aufhebung des Adels beschlossen. Unter anderem gilt seither das Recht zur Führung des Adelszeichens „von“ sowie das Recht zur Führung der adeligen Standesbezeichnungen, wie z.B. Ritter, Freiherr und Graf als aufgehoben. Aha. Interessant. Es geht aber noch weiter: Vom damaligen „Gesetzgeber“ (wer auch immer das war?!) wurde beschlossen, dass für Übertretungen dieses Gesetzes Geldstrafen bis zu 20.000 Kronen oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten verhängt werden sollen. Im Jahre 1948 wurde der Betrag auf eine Summe von 4.000 Schilling festgesetzt. Zufällig wurde dieser Betrag seit 1948 nie mehr wertangepasst. Heute entspräche die fällige „Strafe“ rund EUR 290,00.

Wie können die „Führungsmitglieder“ des Malteserordens also Titel wie Freiherr, Graf oder Ritter tragen? Kann es sein, dass diese „Personen“ keine österreichischen Staatsbürger sind? Kann es sein, dass diese „Personen“ aufgrund ihres Titels eben „frei“ sind und deshalb dem Gesetz gar nicht unterliegen? Oder wäre es möglich, dass man sich in diesem Zusammenhang auf die „eigene Gerichtsbarkeit“ des Malteserordens in der Eigenschaft als souveränes, nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt beruft?

Fazit…

Sie sehen: Es gibt schon wieder sehr viele Fragen, welche an dieser Stelle leider unbeantwortet bleiben müssen. Trotzdem denke ich, dass wir auch hier durchaus der „Wahrheit“ auf der Spur sind. Jedenfalls handelt es sich beim Malteserorden um eine weitere „mächtige“ katholische Ordensgemeinschaft, die bestimmt nicht umsonst in der Geschichte immer wieder mit derartigen „Privilegien und Sonderbehandlungen“ ausgestattet wurde.

Auch im zweiten Teil unserer gemeinsamen Suche nach den „Mächten im Hintergrund“, welche die gesamte Menschheit seit vielen Jahrhunderten lenken, steuern und versklaven sind wir also durchaus wieder fündig geworden. Interessanterweise fanden wir spannende „Gemeinsamkeiten“ zu unserem ersten Teil. So stießen wir schon wieder auf den „Heiligen Stuhl“. Viele der Spuren führen definitiv in den Vatikan (Papst) bzw. in die römisch-katholische Kirche. Darüber hinaus konnten wir die Verbindungen zu „Adelsfamilien“ nachweisen. Wir hörten wieder vom Völkerrecht und sogenannten Völkerrechtssubjekten. Geschichtlich trafen wir schon wieder auf den Wiener Kongress.

Dabei haben wir immer noch lediglich ansatzweise damit begonnen, an der Oberfläche zu kratzen. Kommt uns die „innere Struktur“ des Malteserordens nicht irgendwoher bekannt vor? Kann es beispielsweise unter Umständen durchaus Gemeinsamkeiten zu den Freimaurern geben? Warum gibt es so oft die gemeinsame Erwähnung des Malteserordens mit Mitgliedern der Freimaurerei oder gar der Jesuiten? Handelt es sich in der Tat nur um Zufälle, wenn man erfährt, dass Herr Henry Kissinger ein Malteser-Ritter ist? Weitere prominente Mitglieder sind etwa Herr David Rockefeller aber auch Herr José Manuel Barroso. Herr Barroso war von 2004 bis 2014 für zwei Amtszeiten der Präsident der Europäischen Kommission. Zufälle?

Wenn man sich im Internet einmal auf eine „Bildersuche“ nach dem „Malteserkreuz“ begibt, so wird man seltsamerweise auch wieder einmal fündig bei der Familie Rothschild. Aber man findet auch Abbildungen von Queen Elisabeth II. aus dem Haus Windsor mit dem Malteserkreuz. Auch hier gilt: Natürlich lediglich weitere Zufälle!?

Selbstverständlich könnte man sich alleine bei der römisch-katholischen Kirche auch mit den „Finanz-Themen“ der vergangenen Jahre, den medialen Vorwürfen rund um die „rituellen Vorgänge“ zum Thema Kindesmissbrauch oder den mutmaßlichen Verstrickungen mit dem kriminellen Netzwerk der italienischen Mafia befassen. Wichtig ist jedoch, dass wir auf diese „Hintergrund-Mächte“ überhaupt erst einmal aufmerksam geworden sind. Wer weiß – vielleicht werden wir uns ja mit diesen Themen künftig auch noch einmal im Detail auseinandersetzen?

Ich bin jedenfalls schon jetzt gespannt, welche „Hintergrund-Macht“ wir beim nächsten Mal gemeinsam enttarnen werden.

..to be continued..

.

weiterführende Links:
(1) wikipedia.org: Gerichtsbarkeit des Souveränen Malteserordens (Magistralgerichte)
(2) wikipedia.org: Souveräner Malteserorden
(3) erzdioezese-wien.at: Souveräner Malteser-Ritterorden Großpriorat von Österreich
(4) freemanaustria.wordpress.com: Zur Lage der Menschheit und zu meinem Handeln
(5) wikipedia.org: Adelsaufhebungsgesetz


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: contemporaryarts / Lizenz: Public Domain CC0