Das sind also die Retter der Welt?

Es ist schon schön, dass es derartig viele (Elite-)Familien und –Konzerne gibt, welche diesen Planeten nun doch noch mit ihren finanziellen Mitteln retten möchten – oder? Natürlich fällt mir da sofort die größte Privat-Stiftung der Welt ein: Die Bill & Melinda Gates Foundation. Ja, der Mitbegründer von Microsoft erkannte bereits im Jahr 1994 seine soziale Kompetenz. Damals rief er seine erste Stiftung ins Leben, welche zunächst noch von seinem Vater geführt wurde. Daraus entstand dann im Jahr 1999 die heutige Bill & Melinda Gates Foundation. Seither kümmert sich Bill Gates mit dieser Stiftung um wichtige menschliche Themen. So engagiert man sich beispielsweise in der globalen landwirtschaftlichen Entwicklung.

Das größte Projekt dabei ist wohl die sogenannte „Alliance for a Green Revolution in Africa“ (1), welches im Jahr 2006 zusammen mit finanzieller Unterstützung der Rockefeller-Stiftung (2) ins Leben gerufen wurde. Man kümmert sich also rührend um die die Versorgung der gesamten Weltbevölkerung. Darüber hinaus unterstützt man vor allem die Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten. Natürlich ist man auch bei diesem Themenschwerpunkt global unterwegs – versteht sich. Hauptsächlich kümmert man sich um die Bereitstellung von Geldern für sogenannte „Impfprogramme“ für Kinder in Indien und Afrika.

Die Verstrickungen der Elite-Familien

Haben Sie beispielsweise gewusst, dass die „Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung“ zu 75 Prozent von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziert wird? Nein? Dann haben Sie wahrscheinlich auch noch nicht davon gehört, dass man dort auch einen ständigen Sitz im Aufsichtsrat hat – oder? Naja, vielleicht sollte man auch erwähnen, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in diesem Aufsichtsrat nicht vertreten ist. Macht ja nichts. Zumindest findet man hier ja eine Organisation, welche von federführenden Elite-Familien gegründet wurde. Ob jetzt von der Familie Rockefeller oder von der Familie Gates ist ja auch schon egal. Beide wollen letztendlich ja nur der „armen“ Menschheit helfen.

In den Vereinigten Staaten kümmert sich die Bill & Melinda Gates Stiftung übrigens sehr stark um die Bildung. So werden Stipendien an Jugendliche vergeben oder Initiativen unterstützt, welche die „kostenlose“ Nutzung von Computern und des Internets zum Ziel haben. Wow. Dieser Bill Gates ist doch mal ein wahrer Menschenfreund. Endlich einmal ein Mann, der keine finanziellen Absichten mehr kennt und sich voll und ganz dem Wohlergehen der Gesellschaft widmen kann. Hurra.

Eugenik aus USA

Wer interessiert sich bei so vielen positiven Aspekten noch für die Tatsachen? Sicherlich, man könnte jetzt erwähnen, dass Bill Gates Vater, William H. Gates, seit langer Zeit in einer Eugenik-Gruppe mit dem Namen „Geplante Elternschaft“ (Planned Parenthood) beteiligt ist. Eugenik? Nein, das kann nicht sein. Naja, die Vorgänger-Organisation von „Planned Parenthood“ nannte sich immerhin „American Eugenics Society“. Schock? Eugenik in den Vereinigten Staaten von Amerika?

Jedenfalls gab Bill Gates in der Vergangenheit öffentlich zu, dass man die Weltbevölkerung durch Fortpflanzungsbeschränkungen kontrollieren müsse. Er nannte bei diesem Interview im Jahr 2003 mit Bill Moyers von PBS (3) auch sein „Vorbild“: Der Eugeniker Thomas Robert Malthus. Herr Gates behauptet mittlerweile zwar, dass er heute „andere Ansichten“ vertrete – es scheint jedoch, als ob die Themenschwerpunkte seiner „Foundation“ lediglich „modifizierte“ Ansätze davon wären. Auch mit Impfungen und gentechnisch veränderten Organismen (GVO) kann man die Weltbevölkerung reduzieren. Der Vorteil dabei: Man kann es durch ein „geschicktes“ Marketing wesentlich „besser“ verkaufen und darüber hinaus viel diskreter in die Tat umsetzen.

Keine finanziellen Interessen?

Jetzt beginnt man diesen „Retter der Welt“ also schon wieder zu kritisieren? Naja, bereits im Januar 2007 veröffentlichte die „Los Angeles Times“ einen Bericht, in dem der Bill & Melinda Gates Stiftung vorgeworfen wurde, dass sie „stark umweltverschmutzend“ agieren oder gar „teure AIDS-Medikamente“ verkaufen. Geht es also doch um das liebe Geld? Es ist jedenfalls sehr auffällig, dass man in den vergangenen Jahren gezielt Maßnahmen von Firmen unterstützt, deren Aktien man auch hält. Bitte wie? Ja, beispielsweise besteht das Budget der Weltgesundheitsorganisation (WHO – schon wieder? Wohl ein Zufall?!) zu über 11 Prozent aus sogenannten „Spenden“ der Bill & Melinda Gates Stiftung. Das ist ja mal globales Engagement – könnte man meinen. Naja, gleichzeitig empfiehlt die Bill & Melinda Gates Foundation halt auch die „Vergabe von Auftragen der WHO“ an Big-Pharma-Konzerne wie Pfizer, Novartis, GlaxoSmithKline und Merck. Selbstverständlich hält man eben von diesen Big-Pharma-Konzernen selbst Aktien.

Über die bereits weiter oben erwähnte „Alliance for a Green Revolution in Africa“ (AGRA) bestehen darüber hinaus noch Vernetzungen zu BASF, Bayer, Cargill, Dow Chemical, DuPont sowie Monsanto. Die bestehenden personellen Verbindungen zwischen dem Direktorium der Bill & Melinda Gates Foundation möchte ich hier gar nicht erwähnen. Die Gates-Stiftung hat jedoch im Jahr 2010 für über 23 Millionen US-Dollar insgesamt 500.000 Aktien von Monsanto erworben. Noch einmal: Selbstverständlich geht es hier wohl kaum um finanzielle Themen – oder?

Monsanto ist ja bekanntlich der größte Saatguthersteller der Welt. Seit einiger Zeit ist man seitens Monsanto bemüht, ein „neues Gesicht“ zu zeigen: Monsanto, der Retter unserer Erde. Einem Beitrag der Zeitung „Die Zeit“ über Monsanto kann man entnehmen:

„Die grüne Gentechnik, zu deren Pionieren das Unternehmen zählt, setzt auf gentechnische Verfahren bei der Züchtung von Pflanzen. Sie seien die beste Möglichkeit, die Versorgung der Weltbevölkerung zu sichern und zugleich die Umwelt zu schützen, so das Credo des Unternehmens.“ (4)

Kennen Sie Anniston?

Sollten wir etwa grundsätzlich „misstrauisch“ werden, wenn wir Begriffe wie „Agenda 21“, „Klimaveränderung“ und „Weltbevölkerung“ hören? Definitiv ja! Kennen Sie eigentlich die kleine Stadt Anniston im US-Bundesstaat Alabama? Nein? Dann lesen Sie jetzt bitte aufmerksam weiter: In Anniston wurde nämlich jahrzehntelang eine sogenannte „PCB-Verseuchung“ verschwiegen. Dabei handelt es sich um giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen. Diese „PCB-Verseuchung“ wurde durch das dortige Monsanto-Werk ausgelöst. Dabei war man seitens Monsanto schon sehr früh über die gesundheitlichen Auswirkungen von PCB informiert. Viele Dokumente belegen sogar, dass Monsanto aufgrund interner Untersuchungen bereits im Jahr 1937 von der „Toxität“ von PCB wusste. Im Jahr 1961 wurde nach einem Unfall in einer Fabrik, welche PCB verwendete, festgestellt, dass die dortigen Arbeiter die Symptome einer Hepatitis-Erkrankung zeigten. Im Jahr 1966 setzten Wissenschaftler im Kanal von „Snow Creek“ Fische aus, welche bereits nach dreieinhalb Minuten tot waren. In einem „internen Brief“ von Monsanto an seine Verkaufsleiter aus dem Jahr 1970 stellte man in Bezug auf PCB klar, dass man sich die „lukrativen Geschäfte“ durch die „bekannten gesundheitlichen Gefahren“ nicht verderben lassen wollte und deshalb „weiter daran festhalten“ würde. (5)

In den folgenden Jahren kam es zu einem Gerichtsverfahren wegen der PCB-Verseuchung in Anniston. Ein Blick in das Prozessprotokoll lässt einen regelrecht erstarren. Im Allgemeinen lässt sich die „Verteidigungsstrategie“ von Monsanto wohl wie folgt zusammenfassen: Bis zum Ende der 1960er-Jahe wusste man nicht, dass PCB giftig sei. Anschließend hat Monsanto „zügig gehandelt“ und gemeinsam mit den Behörden nach einer „Lösung des Problems“ gesucht. Erst am 23. Februar 2002 verkündeten dann die Geschworenen ihr Urteil. Sie erklärten Monsanto (und Solutia) einstimmig für schuldig „das Stadtgebiet von Anniston und das Blut seiner Bevölkerung mit PCB versucht zu haben“.

Als Straftatbestände wurden angeführt: Fahrlässigkeit, Vernachlässigung, Betrug, Sach- und Personenschäden und Umweltschädigung. Darüber hinaus wurde bemerkt, dass das Verhalten von Monsanto „die Grenzen des Anstands weit überschritten hat sowie als grausam und in einer zivilisierten Gesellschaft als nicht hinnehmbar bezeichnet werden muss“. Ich frage mich, warum diese Worte eigentlich seither nicht auf jeder Produkt-Verpackung des Monsanto-Konzerns aufgedruckt werden müssen. So viel Leid, gesundheitliche Probleme, Umweltzerstörung und Tod hat man in den Gebiet rund um Anniston also zu verantworten. Dies ist jedoch lediglich ein Beispiel dafür, wie man seitens Monsanto die „Versorgung der Weltbevölkerung“ sichern möchte.

Glyphosat und GVO

Aktuell können wir uns beispielsweise auf das Pestizid mit der Bezeichnung „Glyphosat“ des Monsanto-Konzerns beziehen. Glyphosathaltige Unkrautvernichter werden mittlerweile tonnenweise eingesetzt – nicht nur in der Landwirtschaft, auch vom Hobbygärtner. Die Produkte haben dabei so schöne Namen wie „Roundup“ oder „Glyfos“. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass Glyphosat sehr wohl gesundheitsschädlich ist und darüber hinaus auch Krebs auslösen kann. Die Zulassung dieses „Pflanzenschutzmittels“ endete deshalb innerhalb der Europäischen Union im Dezember 2015. Sie wurde von den zuständigen Gremien jedoch in einem ersten Schritt bis Ende Juni 2016 auf europäischer Ebene verlängert. Mitte April 2016 stimmte dann die Mehrheit der EU-Abgeordneten dafür, das „Unkrautvernichtungsmittel“ in der Europäischen Union für weitere sieben Jahre zu genehmigen. Noch einmal: Die Mehrheit der EU-Abgeordneten „schützt“ Ihre Gesundheit durch Pestizide, welche bekanntermaßen gesundheitsschädlich sind und Krebs auslösen können! Jetzt kommt das Beste: Man „feiert“ auf politische Ebene jetzt medienwirksam den Umstand, dass man die Zulassungsdauer von zuerst geplanten 15 Jahren auf 7 Jahre verkürzen konnte. Ein tödliches Trauerspiel der europäischen Politik-Bühne.

Eine weitere Gefahr für die Gesundheit aller Lebewesen besteht in der gentechnischen Veränderung unserer Nutzpflanzen und somit Lebensmittel (GVO). Sollten wir in der Tat den „Rettern der Welt“ wie Herrn Gates, der Weltgesundheitsorganisation oder Konzernen wie Monsanto vertrauen, wenn es letztlich doch um die Gesundheit und das Leben von Menschen und Tieren geht? Bestehen denn wirklich keine „finanziellen Absichten“ der involvierten „Institutionen / Personen“?

Ich denke, dass es höchste Zeit ist, sich eindringlich mit diesem Thema zu beschäftigen. Es wurde bisher schon viel zu viel zugelassen und niemand kann genau sagen, welche Auswirkungen diese Maßnahmen bereits auf Umwelt, Natur und die Gesundheit sämtlicher Lebewesen dieses Planeten hat. Von einer „Versorgung der Weltbevölkerung“ zu einer drastischen „Verringerung der Weltbevölkerung“ kann es ein sehr kurzer (aber leidvoller!) Weg sein. Wir sollten die Verantwortung für die künftigen Generationen in die Hand nehmen und endlich handeln. Blindes Vertrauen in die „Retter dieser Welt“ wäre jetzt jedenfalls völlig unangebracht.

weiterführende Links:
(1) agra.org: Alliance for a Green Revolution in Africa
(2) wikipedia.org: Rockefeller-Stiftung
(3) pbs.org: Transcript – Bill Moyers interviews Bill Gates
(4) zeit.de: Monsanto – Bösewicht will Welt retten
(5) wikipedia.org: Monsanto, mit Gift und Genen


Bildnachweis: Beitragsbild via pixabay.com / Fotograf: geralt / Lizenz: Public Domain CC0

Ein Kommentar

  1. Avatar
    Martina Holst
    12/05/2016

    Monsanto als Retter der Welt? Es scheint ja viele zu geben, die Monsanto für Gott halten. Selbst die EU-Kommission betet Monsanto an.
    Im freien Westen ist man frei, Mohammed-Karikaturen zu zeichnen. Saatgut-Karikaturen kosten einen den Job, wenn sich Monsanto beleidigt fühlt. Oder auch nur die Monsanto-Gläubigen. (Letztere sind noch schlimmer, da von Missionierungswahn befeuert.)

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/05/11/usa-cartoonist-wegen-kritischer-saatgut-karikatur-gefeuert/

Die Kommentare sind geschlossen